Serena Williams wehrt sich gegen Nastases Beleidigungen

25. April 2017, 18:11
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Nach Kommentar des Rumänen über ihr ungeborenes Kind

New York – Serena Williams hat Rumäniens Tennisikone Ilie Nastase für dessen Äußerungen über ihr ungeborenes Kind scharf kritisiert. "Es enttäuscht mich, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Menschen wie Ilie Nastase solche rassistischen Kommentare über mich und mein ungeborenes Kind sowie sexistische Bemerkungen über meine Kollegen machen können", schrieb die 35-Jährige auf Instagram.

"Du kannst mit deinen Worten auf mich schießen, versuchen, mich mit deiner Hasserfülltheit zu vernichten, aber ich werde immer wie Luft aufsteigen", erklärte die 23-fache Grand-Slam-Gewinnerin.

Rumäniens Fed-Cup-Kapitän hatte am Wochenende beim Playoff der Weltgruppe II zwischen Rumänien und Großbritannien für Eklats gesorgt. Zu einer seiner Spielerinnen sagte die ehemalige ATP-Nummer eins über das zukünftige Kind der schwangeren Williams: "Mal sehen, welche Farbe es haben wird. Milchschokolade?" Williams ist mit dem Internet-Unternehmer Alexis Ohanian verlobt. Sie ist Afroamerikanerin, er ein Weißer. Nastase, Vater von fünf Kindern und dreimal geschieden, hatte bereits Ende März mit Dopinganschuldigungen gegenüber Williams von sich reden gemacht.

Einen Tag später beleidigte er während des Matches zwischen seiner Spielerin Sorana Cirstea und der Britin Johanna Konta sowohl Konta, die britische Nummer sieben der Welt, als auch Teamchefin Anne Keothavong. Der 70-Jährige hatte Keothavong gut hörbar nach ihrer Zimmernummer gefragt – und bei einem gemeinsamen Foto den Arm eng um sie gelegt. Konta verließ nach dem Gewinn des ersten Satzes weinend den Platz. Der Schweizer Oberschiedsrichter Andreas Egli verwies Nastase sodann des Platzes. Der internationale Tennisverband (ITF) sperrte Nastase vorläufig.

Halep: "Kann ihn nicht verteidigen"

Auch Landsfrau Simona Halep fand mittlerweile klare Worte: "Was er getan hat, war falsch. Ich kann ihn nicht verteidigen", sagte die Weltranglistenfünfte am Rande des WTA-Turniers in Stuttgart. Eine Unterredung mit Nastase lehnte Halep ab: "Ich bin nicht dafür da, dass ich ihm sage, wie er sich benehmen soll. Nach dem Match habe ich mich bei Johanna für die Vorkommnisse entschuldigt. Es war dann okay", berichtete Halep, die gemeinsam mit Konta (WTA-Nr. 7) nach Stuttgart geflogen war.

ITF-Präsident David Haggerty kündigte indes an, dass frühestens nach zwei Wochen über etwaige weitere Sanktionen gegen Nastase entschieden werde. "Wir wollen das gründlich und fair abhandeln", sagte der US-Amerikaner. "Wir wollen auch Nastases Sichtweise und Argumente." (APA, 25.4.2017)

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    foto: apa/afp/crock
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