"Hell": Lyft-Fahrer reicht Sammelklage gegen Uber ein

25. April 2017, 10:05
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Uber hatte Fahrer der Konkurrenz mithilfe geheimer Software überwachen lassen

Es klingt wie ein Name aus einem schlechten Agenten-Thriller, und doch ist er real: Uber hat die Fahrer seines Konkurrenten Lyft jahrelang mit einer geheimen Software namens "Hell" ("Hölle") überwachen lassen. Dies war vor kurzem aufgeflogen, und bringt dem aktuell von einem Skandal in den nächsten schlitternden Unternehmen nun neues Ungemach ein.

Klage

Ein Lyft-Fahrer hat in den USA jetzt wegen Hell Sammelklage gegen Uber eingereicht. Uber habe gesetzwidrig in die Privatsphäre der Betroffenen eingegriffen, indem deren Standort laufend überwacht wurde, lautet der Vorwurf. Die Anklage beruft sich dabei auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, in dem selbst Strafermittlern das dauerhafte Tracken des Standorts von US-Bürgern verboten wird.

Details

Eine Stellungnahme von Uber gibt es zu den Vorwürfen bisher noch nicht. Allerdings waren schon vor rund zwei Wochen Details zu Hell an die Öffentlichkeit durchgesickert. Über Fake-Accounts bei Lyft sei hier im großen Stil ermittelt worden, welche Autos des Konkurrenten sich gerade wo befinden. Ziel war es die Aktivitäten der Lyft-Fahrer zu analysieren, um ihnen dann maßgeschneiderte Angebote zu legen, damit sie zu Uber wechseln.

Auch der Himmel hat seine Tücken

Der Name Hell ist übrigens als Gegenstück zu einer zweiten umstrittenen Software von Uber zu verstehen, die bereits vor einigen Jahren aufgeflogen war. Mit Heaven (intern auch "God View" genannt) überwachte Uber einige Zeit lang alle Bewegungen seiner Nutzer.

Dies war aufgeflogen, nachdem bekannt wurde, dass Uber-Mitarbeiter diese Informationen benutzt hatten, um Journalisten, Celebrities aber auch ehemalige Lebenspartnerinnen zu stalken. Erst vor kurzem war mit Greyball ein weiteres zweifelhaftes Stück Software öffentlich geworden. Dessen Aufgabe war es Strafverfolgungsbehörden auszutricksen. (apo, 25.4.2017)

  • Uber mag es nicht, wenn Fahrer auch für Lyft unterwegs sind.
    foto: richard vogel / ap

    Uber mag es nicht, wenn Fahrer auch für Lyft unterwegs sind.

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