Pilzzüchtende Ameisenart nach Radiohead benannt

25. April 2017, 08:00
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Forscher haben eine in Venezuela entdeckte Ameisenart "Sericomyrmex radioheadi" getauft, um Musik und Klimaschutzengagement der Rockband zu ehren

Washington – Eine Ameisengattung, die Pilze als Nahrungsquelle anbaut, hat Zuwachs bekommen: Gleich drei neue Arten der Gattung Sericomyrmex haben Ana Ješovnik und Ted R. Schultz von der Smithsonian Institution in Washington D.C. entdeckt. In Zentral- und Südamerika hatten sie zahlreiche Sericomyrmex-Exemplare gesammelt und untersucht – und drei unbeschriebene Arten identifiziert, wie sie nun im Fachblatt "ZooKeys" berichten.

Eine der neuen Spezies erhielt den Namen "Sericomyrmex radioheadi". Damit wolle man nicht nur die Musik der britischen Rockband Radiohead ehren, sondern auch deren Engagement für Umwelt- und Klimaschutz, wie die Forscher mitteilten.

Schutzschicht gegen Parasiten?

Auf die "Radiohead-Ameise" stießen sie im südlichen Venezuela. Unter dem Elektronenmikroskop entdeckten sie eine Besonderheit dieser Art: Eine weiße, kristallartige Schicht, die den Körper der Königin und der weiblichen Arbeiterinnen umhüllt, nicht jedoch den der Männchen. Die chemische Zusammensetzung und Funktion dieser Schicht sei noch unklar. Denkbar wäre aber, dass sie mikrobiellen Ursprungs sei und die Ameisen und ihre Pilzgärten vor Parasiten schützt, so die Biologen.

Viele Pilz-anbauende Ameisengattungen kultivieren Antibiotika-produzierende Bakterien auf ihren Körpern, um ihre Gärten vor mikrobiellem Schaden zu schützen. Bei Sericomyrmex seien solche Schutz-Bakterien bisher nicht gefunden worden, ihre Gärten seien aber dennoch unversehrt. Weitere Analysen sollen nun Klarheit bringen. (APA, 25.4.2017)

  • Sericomyrmex radioheadi, die neu entdeckte Ameise aus Venezuela.
    foto: ana ješovnik

    Sericomyrmex radioheadi, die neu entdeckte Ameise aus Venezuela.

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