Investor: Heumarkt-Pläne stehen nicht zur Diskussion

    24. April 2017, 15:01
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    Wertinvest-Geschäftsführerin Enzi: Projekt könne nicht "nachträglich über den Haufen geworden werden"

    Wien – Der für die Neugestaltung des Wiener Heumarkt-Areals zuständige Projektbetreiber Wertinvest ist nicht bereit, die Pläne zu überarbeiten. Die bisherigen, "unter Einhaltung aller demokratischen Spielregeln erzielten gemeinschaftlichen Planungsergebnisse" stünden nicht zur Diskussion, hieß es am Montag in einem schriftlichen Statement von Geschäftsführerin Daniela Enzi gegenüber der APA.

    "Weder die Erkenntnisse des kooperativen Verfahrens noch die Entscheidung des Architekturwettbewerbs und die danach konsensual erfolgte Überarbeitung des Weinfeld-Entwurfs können nachträglich über den Haufen geworfen werden", reagierte Enzi auf das Nein der grünen Basis zur Neugestaltung. Sämtliche der seit nunmehr fünf Jahren laufenden Planungs- und Entwicklungsschritte seien nach den jeweiligen Vorgaben der Stadt und nach eingehender interner und öffentlicher Diskussion gesetzt worden, betonte sie. Dennoch stehe Wertinvest "weiterhin für jeden seriösen Diskussionsprozess zur Verfügung".

    Gegner frohlocken

    Die Gegner des Hochhaus-Projekts frohlocken naturgemäß über die Ablehnung des Vorhabens durch die Grüne Basis: "Die Wiener Grünen haben den bisherigen Kurs der Wiener Grünen Planungsstadträtin (Maria Vassilakou, Anm.) nicht bestätigt. Es ist somit nicht nur ein großer Sieg der Zivilgesellschaft, sondern auch der demokratischen Instrumente", hieß es am Montag in einer Aussendung.

    Die Initiative "Kunst- und Kulturschaffende – Stoppt das Hochhausprojekt am Wiener Heumarkt" freute sich über ein Ergebnis, das "umso erstaunlicher" sei, weil der Projektbetreiber selbst zuletzt von einer überproportionalen Zustimmung ausgegangen sei. "Es ist für die Politik der Stadt Wien auf jeden Fall höchste Zeit geworden, auf die zahlreichen Kritiker an diesem Projekt zu hören und die Bedürfnisse der Wiener Bevölkerung zu achten, anstatt auf Verordnungspolitik inklusive Agenturbewerbung von ungeliebten Projekten zu setzen", hoffen die Kritiker auf ein "sozial und kulturell verträgliches" Projekt.

    Die österreichische UNESCO-Kommission wollte das Ergebnis der parteiinternen Abstimmung nicht kommentieren, wie auf APA-Anfrage betont wurde. Kritik an dieser kam vom grünen Bezirksvorsteher in Wien-Neubau, Thomas Blimlinger. Eine Urabstimmung sei kein passendes Instrument, um über derartige Themen abzustimmen, befand der erklärte Projektbefürworter im Gespräch mit der Online-"Presse". Die Parteistatuten sollten entsprechend überarbeitet werden. (APA, 24.4.2017)

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