Investor: "Wir werden unglaubliche Veränderungen erleben"

24. April 2017, 15:09
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Geldgeber für Start-ups sind davon überzeugt, dass sich in den nächsten Jahren noch viel Geld mit jungen Unternehmen verdienen lässt

Wien – Steckt die Start-up-Landschaft in einer Blase? Spätestens seit die Snapchat-Mutter Snap vor einigen Wochen mit einer Bewertung von über 30 Milliarden Euro gestartet ist, stellen sich immer mehr diese Frage. Viele derer, die selbst Geld in Start-ups stecken, sind überzeugt: Nein. "Es kann nur nach oben gehen", sagte Oliver Holle von Speedinvest, einem Risikokapitalgeber, beim 4Gamechanger-Festival der ProSiebenSat1Puls4-Gruppe.

"Landwirtschaft, Industrie, Versicherungen, die haben alle noch gar nicht angefangen, in die Digitalisierung zu investieren", sagte Holle. Auch Hans Hansmann, ein österreichischer Investor, sieht keine Blase. "Wird es zwischendurch Abstürze geben? Ja, viele werden es nicht schaffen", so Hansmann, "das ändert aber nichts daran, dass es durch die Digitalisierung noch sehr viele Möglichkeiten gibt. Wir werden unglaubliche Veränderungen erleben."

Gründer dürften sich vom vielen Geld, das derzeit in neue Firmen fließe, nicht blenden lassen, warnte Mario Altrichter von Startup300. "Viele nehmen den ersten, der ihnen Geld gibt." Das wichtigste für Unternehmer sei aber der richtige Partner, im Schnitt sei man fünf bis sieben Jahre miteinander tätig. "Die Chemie muss stimmen, und die Investoren müssen das Netzwerk haben, um Türen zu öffnen."

"Gründen ist heute einfacher"

Allgemein gesprochen sei es heute einfacher, ein Unternehmen zu gründen als in der Vergangenheit, sagte Christian Lutz, selbst Unternehmer. Die Geldgeber wüssten heute viel besser Bescheid als früher, gleichzeitig gebe es auch deutlich mehr Förderungen als noch vor einigen Jahren.

Hansmann, der selbst in 45 Start-ups investiert hat, hatte auf der Konferenz auch Tipps für das zu einem großen Teil männliche Publikum parat: "Zuerst muss man sich die Frage stellen: Welches Problem löse ich?" Wenn dann viele dieses Problem hätten, habe man ein Geschäftsmodell. Könne ein Gründer diese Frage nicht beantworten, "dann schaue ich mir das Unternehmen gar nicht weiter an".

Eine junge Firma, die in der ersten Zeit nicht in den roten Zahlen stecke, mache irgendetwas falsch, so der Investor. Wer eine innovative Idee habe, müsse sie möglichst schnell "skalieren", also Geld investieren, damit mehr Leute erreicht werden. (Andreas Sator, 24.4.2017)

  • "Es gibt noch sehr viele Möglichkeiten durch die Digitalisierung": Investor Hans Hansmann.
    foto: regine hendrich

    "Es gibt noch sehr viele Möglichkeiten durch die Digitalisierung": Investor Hans Hansmann.

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