Lafarge-Holcim-Chef muss gehen

24. April 2017, 07:47
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Eine Syrien-Affäre kostet Konzernchef-Chef Eric Olsen den Job. Mitte Juli tritt er zurück, auch wenn er sich persönlich nichts vorzuwerfen habe

Rapperswil-Jona – Nach einer Untersuchung über Schutzgeldzahlungen im syrischen Bürgerkrieg wechselt der Schweizer Zementriese Lafarge Holcim den Konzernchef aus. Eric Olsen trete Mitte Juli zurück, teilte der Weltmarktführer am Montag mit. Nach Abschluss interner Ermittlungen zu den Ereignissen in Syrien sei der Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, dass Olsen keine Verantwortung für die Fehler trage.

Das Gremium habe auch nicht den Eindruck gewonnen, dass er davon Kenntnis hatte. Olsen erklärte in der Mitteilung, er trete zurück, um die Spannungen, die sich rund um den Syrien-Fall entwickelt hätten, beizulegen. "Obwohl ich in keinerlei Fehlverhalten involviert war oder davon Kenntnis hatte, denke ich, dass mein Rücktritt dazu beitragen wird, Ruhe in ein Unternehmen zu bringen, das während Monate diesbezüglich im Zentrum der Aufmerksamkeit stand."

Die Suche nach einem Nachfolger werde umgehend gestartet. Ab Mitte Juli werde Verwaltungsratspräsident Beat Hess das Unternehmen interimistisch leiten. Europachef Roland Köhler übernehme zu diesem Zeitpunkt die Funktion als Chief Operating Officer.

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Im vergangenen Jahr hatten Menschenrechtsorganisationen eine Anzeige gegen Lafarge eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bezahlt zu haben, um den Betrieb eines Werks in Syrien aufrechtzuerhalten. Lafarge Holcim leitete eine interne Untersuchung ein. Gestützt auf vorläufige Ergebnisse räumte der Konzern Anfang März ein, dass das Unternehmen bewaffnete Gruppen 2013 und 2014 dafür bezahlt habe, die Versorgung des Werks und die Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter sicherzustellen. Der von externen Anwälten erarbeitete Bericht kam nun zum Schluss, dass neben lokalen Mitarbeitern auch Mitglieder des Konzernmanagements von den Verletzungen der Geschäftsgrundsätze wussten.

Das Werk in Syrien gehörte damals der französischen Lafarge, die sich 2015 mit der Schweizer Holcim zusammenschloss. Olsen war in der betreffenden Zeit für die operativen Abläufe bei Lafarge verantwortlich. Olsen ist nicht der Erste, der über die Syrien-Affäre stolpert. Zuvor hatte bereits der frühere Lafarge-Lenker Bruno Lafont seinen Rückzug aus dem Lafarge-Holcim-Verwaltungsrat angekündigt, ohne allerdings einen klaren Grund zu nennen. Der Fall könnte auch ein juristisches Nachspiel haben. Im Oktober hatte die französische Staatsanwaltschaft in Zusammenhang mit Geschäften in Syrien Ermittlungen aufgenommen. (APA, 24.4.2017)

  • Eric Olsen.
    foto: reuters/ruben sprich

    Eric Olsen.

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