Korir gewinnt Wien-Marathon – Pfeil knackt das WM-Limit

    Video23. April 2017, 11:10
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    Kenianer holte sich Sieg in Wien in 2:08:40, Österreicher schafft in 2:14:50 eine Punktlandung

    Wien – Natürlich waren am Schluss alle, die den Marathon beendeten, Gewinner. Wer 42,195 km laufend bewältigt, darf sich etwas drauf einbilden. Albert Korir durfte aber besonders stolz sein, er war nach 2:08,40 Stunden als Erster im Ziel. "Es ist ein großartiger Tag, weil ich der Gewinner des Vienna City Marathon 2017 bin."

    Der 23-Jährige führte einen fünffachen kenianischen Sieg an. Im Zielsprint setzte er sich gegen Ishmael Bushendich durch. Korir war nicht als einer der Topfavoriten ins Rennen gegangen. Sein Landsmann Eliud Kiptanui, der mit 2:05,21 die schnellste Bestzeit zu Buche stehen hatte, gab auf. Der Äthiopier Deribe Robi, ebenfalls als Sieganwärter gehandelt, wurde Siebenter. Der Streckenrekord, den der Äthiopier Getu Feleke seit 2014 (2:05,41) hält, war nicht in Gefahr. Wie schon im Vorjahr war der Wind Spielverderber.

    "Es gibt leichtere Bedingungen", merkte auch Valentin Pfeil an. Der Oberösterreicher unter-bot dennoch das WM-Limit von 2:15,00 Stunden, wurde Elfter, war damit bester Europäer. Pfeil war in 2:14,50 um fast zwei Minuten schneller als bei seinem Marathondebüt vor einem Jahr – ebenfalls in Wien. "Ich habe mich weitaus besser gefühlt als im vergangenen Jahr", sagte der 28-Jährige. Auch wenn es "zum Schluss ein Kampf mit allen Höhen und Tiefen" gewesen sei. Am Ende war er "schon ein bisschen durch".

    Aber bis zu den Weltmeisterschaften im August in London bleibt noch Zeit. Pfeil, der in Wien lebt, will nun "so schnell wie möglich regenerieren. Dann zählen wir eh schon die Wochen bis London." Katharina Zipser denkt nicht an WM- oder Olympia-Marathons. "Dafür bin ich zu langsam." Am Sonntag war sie schnell genug, um als erste Österreicherin den Zielstrich zu überqueren. In 2:47,23 belegte die 33-jährige Innsbruckerin Platz elf. "Das Rennen war für mich ganz, ganz großartig."

    Mit dem Wind hatte Zipser ebenso zu kämpfen wie Nancy Kiprop. Im Alter von 37 Jahren holte die Kenianerin ihren ersten Marathonsieg. Kiprop setzte sich im Zielsprint vor ihrer 25-jährigen Landsfrau Rebecca Chesir durch. "Es war ein nettes Rennen", sagte Kiprop, die mit 2:24,20 die zweitschnellste je in Wien gelaufene Frauen-Zeit erzielte. Den Streckenrekord hält seit 17 Jahren die Italienerin Maura Viceconte (2:23,47).

    "Ich habe schon manchmal ans Karriereende gedacht", sagte Kiprop, die Mutter von sieben Kindern (fünf davon sind adoptiert) ist. "Aber jetzt geht es mir gut." Drei Jahre will sie noch laufen. In ihrer Heimat möchte die Lehrerin eines Tages eine Schule eröffnen. Das Preisgeld von 15.000 Euro könnte sie dafür investieren. Die Vorjahressiegerin Shuko Genemo landete hinter ihrer äthiopischen Landsfrau Roza Dereje diesmal auf Rang vier.

    Mit 42.766 Anmeldungen verzeichnete der 34. Vienna City Marathon einen Teilnehmerrekord. Knapp 9000 Läufer und Läuferinnen nahmen die volle Distanz in Angriff. Die meisten Nennungen gab es für den Staffel- (15.100) und den Halbmarathon (14.014). Bereits am Samstag ging der neu eingeführte 10-km-Lauf in Szene. Andreas Vojta und Andrea Mayr holten sich hier die Staatsmeistertitel.

    Albert Korir will 2018 seinen Marathonsieg verteidigen. Bevorzugt bei weniger Wind. Valentin Pfeil denkt vorerst nur an London. Dort wurde am Sonntag auch Marathon gelaufen. Die Kenianerin Mary Keitany erzielte die schnellste Zeit in einem reinen Damenrennen (2:17,01). Paula Radcliffe hatte 2003 in London die schnellste Frauenzeit (2:15:25) in einem Mixed-Rennen erzielt. (Birgit Riezinger, 23.4.2017)

    Ergebnisse des 34. Vienna City Marathons am Sonntag in Wien:

    Marathon (42,195 km) – Männer: 1. Albert Korir (KEN) 2:08:40 Stunden – 2. Ishmael Bushendich (KEN) 2:08:42 – 3. Ezekiel Omullo (KEN) 2:09:10 – 4. Alfonce Kigen (KEN) 2:10:24 – 5. Suleiman Simotwo (KEN) 2:10:36. Weiter: 11. Valentin Pfeil (AUT) 2:14:50 (WM-Limit) – 18. Peter Herzog (AUT) 2:23:13 – 24. Christian Robin (AUT) 2:29:31

    Marathon (42,195 km) – Frauen: 1. Nancy Kiprop (KEN) 2:24:20 – 2. Rebecca Chesir (KEN) 2:24:25 – 3. Roza Dereje (ETH) 2:25:17 – 4. Shuko Genemo (ETH) 2:26:06 – 5. Angela Tanui (KEN) 2:26:31. Weiter: 11. Katharina Zipser (AUT) 2:47:23 – 15. Karin Freitag (AUT) 2:52:14

    Halbmarathon (21,097 km) – Männer: 1. Joe Simon (LUX) 1:10:47 Stunden – 2. Sorin Mineran (ROM) 1:10:55 – 3. Steve Bovay (SUI) 1:10:56. Weiter: 5. Daniel Müller (AUT) 1:12:22

    Halbmarathon (21,097 km) – Frauen: 1. Fabienne Amrhein (GER) 1:14:43 – 2. Elena Dolinin (ISR) 1:15:01 – 3. Cornelia Moser (AUT) 1:18:07

    Weitere Ergebnisse: vienna-marathon.com

    • Start auf der Reichsbrücke. Für die klassischen 42,195 Kilometer haben 8.913 Läufer genannt.
      foto: reuters/bader

      Start auf der Reichsbrücke. Für die klassischen 42,195 Kilometer haben 8.913 Läufer genannt.

    • Die besten Plätze für Zuseher.
      foto: apa/zak

      Die besten Plätze für Zuseher.

    • Der Schnellste: Sieger Albert Korir.
      foto: foto: apa/zak

      Der Schnellste: Sieger Albert Korir.

    • Eine Punktlandung: Der Österreicher Valentin Pfeil knackt das WM-Limit.
      foto: apa/punz

      Eine Punktlandung: Der Österreicher Valentin Pfeil knackt das WM-Limit.

    • Schnellste österreichische Frau: Katharina Zipser.
      foto: apa/pucher

      Schnellste österreichische Frau: Katharina Zipser.

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