Mehrere abgeschobene Tunesier unter Terrorverdacht in Haft

22. April 2017, 19:17
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Nach Berlin-Anschlag einigten sich Deutschland und Tunis auf schnelle Abschiebung

Tunis/Berlin – Mehrere aus Deutschland abgeschobene Tunesier sind nach ihrer Rückkehr nach Tunesien wegen Terrorverdachts inhaftiert worden. Gegen etwa zehn Personen seien entsprechende Ermittlungen eingeleitet worden, sagte der Sprecher des auf Terrorfälle spezialisierten Gerichts in Tunis, Sofiane Sliti, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Sie befänden sich wegen möglicher Verbindungen zu Terrororganisationen derzeit in Haft. Deutschland und Tunesien hatten sich nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt auf schnellere Abschiebungen in das nordafrikanische Land geeinigt. Mitte Dezember hatte der Attentäter Anis Amri in Berlin zwölf Menschen getötet. Der Asylantrag des Tunesiers war abgelehnt worden, er konnte aber nicht abgeschoben werden, weil tunesische Behörden die Papiere dafür nicht rechtzeitig bereitgestellt hatten.

Nicht jeder abgeschobene Tunesier habe allerdings Verbindungen zum Terrorismus, betonte der Justizsprecher. Die Behörden arbeiteten derzeit an einer Anti-Terror-Strategie. Tunesien hat nach den Umwälzungen im Jahr 2011 weitreichende demokratische Reformen eingeleitet und geht seit einiger Zeit massiv gegen mutmaßliche Terroristen vor. (APA, 22.4.2017)

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