Ex-US-Staatssekretär Thompson wird Aufpasser bei Volkswagen

21. April 2017, 23:11
3 Postings

Richter gibt grünes Licht für Milliarden-Vergleich. VW: Bereuen unser Verhalten zutiefst

Washington – Ein Gericht in den USA hat im Abgasskandal grünes Licht für den Milliardenvergleich zwischen den Behörden und Volkswagen gegeben. Damit ist eine wichtige Hürde für das Unternehmen geschafft, den Skandal um manipulierte Abgaswerte hinter sich zu lassen. "Es ist ein Fall eines vorsätzlichen und massiven Betrugs", sagte Richter Sean Cox am Freitag. Der Vergleich hat ein Volumen von 4,3 Milliarden Dollar. VW hatte zudem zugestimmt, sich für drei Jahre von einem unabhängigen Experten begutachten zu lassen, der Zugang zu Dokumenten haben und die Bemühungen des Konzerns zur Einhaltung der Umweltgesetze bewerten soll. Zudem hat der Wolfsburger Konzern Reformen versprochen.

Als Aufseher bei dem Konzern ernannte das Justizministerium in Washington den früheren Staatssekretär Larry Thompson. Der Jurist arbeitete in der Amtszeit von Präsident George W. Bush von 2001 bis 2003 im Justizministerium. Das Ministerium hat im Zuge des Skandals Anklage gegen insgesamt sieben ehemalige und derzeitige VW-Manager erhoben. Auch in Deutschland laufen Ermittlungen.

In den Verhandlungen mit der US-Justiz hatte VW eingestanden, mit Abgasangaben Behörden und Kunden betrogen, Umweltrecht verletzt und die Justiz behindert zu haben. Verantwortlich gemacht dafür werden Manager unterhalb des Konzernvorstands. VW-Chefjurist Manfred Döss sagte, das Unternehmen "bedauert sein Verhalten zutiefst. Es war schlicht und einfach falsch." (Reuters, 21.4.2017)

Share if you care.