Orbitale Müllabfuhr soll das Kessler-Syndrom verhindern

21. April 2017, 15:07
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Raumfahrtagenturen waren sich bei Treffen in Darmstadt einig, dass das Problem Weltraumschrott dringend gelöst werden muss

Darmstadt – Mit einer Art Müllabfuhr im All wollen Raumfahrtagenturen Weltraumschrott aufräumen. Greifarme und Netze zum Einfangen ausgedienter Satelliten "sollen in wenigen Jahren im All demonstriert werden", sagte Weltraummüll-Experte Holger Krag von der ESA zum Ende einer internationalen Konferenz der Europäischen Raumfahrtagentur in Darmstadt, die Krag leitete.

Im ESA-Satelliten-Kontrollzentrum diskutierten vier Tage lang rund 400 Teilnehmer aus allen wichtigen Raumfahrtnationen über Müll im All. Die Veranstaltung gilt als weltweit größte und wichtigste zu dem Thema. Das Treffen gibt es seit 1993 alle vier Jahre.

Angst vor der Kaskade

Eine Müllabfuhr im All soll Schäden an Satelliten und Raumfahrzeugen vermeiden helfen. Als Worst-Case-Szenario gilt das nach dem US-Experten Donald Kessler benannte Kessler-Syndrom: Bezeichnet wird damit eine unkalkulierbare Kettenreaktion durch Kollisionen. Trümmerteile stoßen gegeneinander und erzeugen noch mehr Trümmerteile, bis sich eine gefährliche Wolke um die Erde gelegt hat. Am Ende der Kaskade könnten Satellitennutzung und Raumfahrt extrem erschwert oder sogar unmöglich sein – und das auf Generationen hinaus.

"Wir müssen zeigen, dass wir es können. Vorher wird niemand die Technologie einsetzen", so Krag. Die Beseitigung großer Teile sei "notwendig, selbst wenn die Strategie zur Vermeidung von neuem Weltraumschrott konsequent umgesetzt wird." (APA, red, 21. 4. 2017)


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