Abe lässt umstrittenem Kriegsschrein Opfergabe zukommen

21. April 2017, 11:34
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In dem Schrein wird den die für das Kaiserrreich Gestorbenen gedacht. Darunter befinden sich auch 14 Kriegsverbrecher. Kritiker fordern einen kritischen Umgang mit der japanischen Militärgeschichte

Tokio – Japans rechtskonservativer Ministerpräsident Shinzo Abe hat dem umstrittenen Kriegsschrein Yasukuni in Tokio eine Opfergabe zukommen lassen. Von einem Pilgergang anlässlich des noch bis Sonntag andauernden Frühjahrsfestes dürfte Abe jedoch absehen, meldeten lokale Medien am Freitag.

In dem Shinto-Schrein in der Nähe des Kaiserpalastes in Tokio wird der Seelen von in Kriegen für das Kaiserreich Gestorbenen gedacht – darunter die von 14 hingerichteten Kriegsverbrechern. Kritiker sehen in dem Gedenken nationalistische Propaganda und fordern einen kritischeren Zugang zur eigenen Geschichte.

Spannungen mit Nachbarländern

Opfergaben für den Schrein und Pilgerbesuche von Politikern lösen immer wieder Spannungen mit den Nachbarländern China und Südkorea aus, die Opfer der Aggressionen Japans im Zweiten Weltkrieg waren. Dennoch gingen ein Berater des Regierungschefs sowie eine überparteiliche Gruppe von rund 90 Abgeordneten wieder dorthin. Um die Kontroverse zu dämpfen, deklarieren japanische Politiker ihren Pilgergang zu dem umstrittenen Schrein gerne als "privat".

Abe hatte dem Schrein zuletzt im Dezember 2013 einen Besuch abgestattet. Seither beließ er es bei Opfergaben. Japanischen Medienberichten zufolge will die Regierung die Beziehungen zu China nicht zuletzt wegen der als wichtig erachteten Rolle Pekings bei den Bemühungen um eine Lösung der Nordkorea-Krise nicht weiter belasten. (APA, 21.4.2017)

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