Mindestens 15 Tote durch Schlammlawinen in Kolumbien

20. April 2017, 06:53
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Staatschef Santos sieht in erneuter Katastrophe Folge des Klimawandels

Bogota – Bei erneuten Erdrutschen in Kolumbien sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Nach der Katastrophe in der Stadt Manizales würden noch acht Menschen vermisst, teilte die nationale Katastrophenschutzbehörde am Mittwoch mit.

Staatschef Juan Manuel Santos wertete die Erdrutsche bei einem Besuch im Katastrophengebiet als Folge des Klimawandels. Bereits Ende März waren bei Erdrutschen in der südkolumbianischen Stadt Mocoa Hunderte Menschen gestorben.

Durch die Schlammlawinen in vier Vierteln von Manizales seien mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen und 23 weitere verletzt worden, erklärte die nationale Katastrophenschutzbehörde UNGRD. Nach acht Vermissten werde noch gesucht. "Ich weiß nicht, um wie viel Uhr, habe ich einen Lärm wahrgenommen, wie einen Knall", beschrieb ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP, wie er die Katastrophe erlebte.

Suche nach Überlebenden

Einsatzkräfte suchten in Manizales zwischen umgestürzten Bäumen und zerstörten Häusern nach Überlebenden, wie auf Bildern örtlicher Medien zu sehen war. Die Erdrutsche in der Hauptstadt des Departamento de Caldas, Kolumbiens größtes Kaffeeanbaugebiet, waren durch tagelange heftige Regenfälle ausgelöst worden.

Behördenvertreter untersuchten die Schäden sowie die Risiken für weitere Unglücke. UNGRD-Chef Carlos Ivan Marqzez erklärte, 400 Wohnungen in Manizales seien vorsorglich evakuiert worden. Die Stadt sei "im wahrsten Sinne abgeschnitten durch Erdrutsche, Überschwemmungen", sagte Bürgermeister Jose Octavio Cardona in Interviews mit örtlichen Medien. Die betroffenen Viertel der 400.000-Einwohner-Stadt waren ohne Wasser- und Stromversorgung.

"Ergebnis des Klimawandels"

Präsident Santos sagte seine Termine ab und reiste nach Manizales. "Das ist das Ergebnis des Klimawandels", sagte Santos. "Wenn die Temperaturen steigen, füllen sich die Wolken stärker und es regnet mit mehr Intensität". Der Staatschef rief zum Schutz der Wälder und der Umwelt auf, um derartige Katastrophen zu verhindern.

Erst Ende März hatten nach heftigen Regenfällen Schlammlawinen weite Teile der südlichen Stadt Mocoa verwüstet. Mindestens 323 Menschen starben, unter ihnen sehr viele Kinder und Jugendliche. Mehr als hundert Menschen wurden amtlichen Angaben zufolge vermisst. Laut einer Studie der Staatlichen Universität von Kolumbien könnten sich derartige Katastrophen wie in Mocoa an fast 400 weiteren Orten des Landes wiederholen. (APA, 20.4.2017)

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