Wintereinbruch legt Autobahnen lahm

19. April 2017, 22:21
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Räumstaffel holte Autofahrer aus dem Stau

Alland – Aufgrund der starken Schneefälle blieb die A21 (Außenring Autobahn) am Mittwoch bis auf weiteres in beiden Fahrtrichtungen gesperrt, berichtete die Asfinag. Auf den Steigungen im Bereich Hochstraß Richtung A1 (Westautobahn) blieben trotz der Schneeräumung immer wieder Fahrzeuge hängen. Die Richtung Wien war frei von Verkehr, wurde jedoch gesperrt, um die Einsatzkräfte zur Staustelle zu schicken.

"Wir fahren nun mit einer Räumstaffel mit Polizeibegleitung gegen die Richtungsfahrbahn über die A 21", sagt Heimo Maier-Farkas, Leiter des Autobahnbetriebes, "dann leiten wir die Pkw über die Betriebsumkehr auf die Fahrtrichtung Wien um." Nur so könnten die Pkw-Fahrer aus dem Stau geholt werden. Danach würde mit den Räumstaffeln wieder in Fahrtrichtung Steinhäusl geräumt. Die Versorgung der Autofahrer wurde durch das Rote Kreuz übernommen.

Lkw müssten die Sperre der A21 Richtung Steinhäusl auf der Autobahn abwarten. Nach derzeitigem Stand werde die Sperre noch bis in die späteren Abendstunden dauern. Da die Schneefälle im Bezirk rund um Alland anhaltend stark sind, wurden die parallel zur A 21 führenden Landesstraßen durch die Bezirkshauptmannschaft Baden gesperrt.

Wiener Feuerwehr im Dauereinsatz

Aufgrund des Wintereinbruchs war auch die Wiener Berufsfeuerwehr am Mittwoch im Dauereinsatz: Alleine seit 16.00, 17.00 Uhr musste 55 Mal ausgerückt werden, vor allem wegen loser Äste und umgestürzter Bäume in den Bezirken 13, 14 und 23. "In Liesing glaubt man, man ist in Kitzbühel", sagte Sprecher Christian Feiler.

Dem immer intensiver fallenden Nassschnee waren viele der bereits mit laub bedeckten Äste oft nicht gewachsen und gaben unter dem Gewicht nach. Dazu kamen noch Windböen bis zu 80 km/h, die etwa in der Kaltenleutgebner Straße Bäume umwarfen und diese blockierten.

Bis 19.30 Uhr wurden an die 90 Einsätze absolviert. "Normal sind in 24 Stunden rund 100. Und wir haben noch die ganze Nacht vor uns", meinte Feiler.

Große Lawinengefahr in Teilen Niederösterreichs

Der Wintereinbruch hat in Niederösterreich bis zu einem Meter Neuschnee innerhalb von 24 Stunden gebracht. Für Donnerstag wurde in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet oberhalb der Waldgrenze eine große Lawinengefahr (Stufe "4" der fünfteiligen Skala) prognostiziert, in den übrigen Regionen ein erhebliches Risiko. In der Nacht auf Donnerstag soll der intensive Schneefall anhalten.

Durch den weiteren Neuschnee ist dem Prognosebericht zufolge mit spontanen Lockerschneelawinen, die auch exponierte Verkehrswege erreichen können, zu rechnen. Ebenso seien in den Hochlagen spontane Schneebretter aus steilem felsdurchsetzen Gelände jederzeit möglich. Gewarnt wurde auch vor frischen, instabilen Wechten. Für Freitag wurde eine anhaltend große Lawinengefahr in einigen Regionen erwartet.

Die Neuschneemenge in den niederösterreichischen Alpen in den vorangegangenen 24 Stunden wurde am späten Mittwochnachmittag mit 50 bis 100 Zentimeter angegeben. Der Schwerpunkt der Niederschläge lag zwischen Hollenstein und Annaberg im Mostviertel, im Osten waren die Neuschneemengen geringer.

Der Schneedeckenaufbau wurde als "sehr ungünstig" beschrieben: In den Hochlagen wurde demnach der Trieb- bzw. Neuschnee teilweise auf verharschten Altschnee abgelagert. Der stürmische Wind bilde unterschiedliche Härten im Triebschneepaket aus. Die Verbindung dieser Schichten untereinander sei nicht ausreichend. In den mittleren und tiefen Lagen überdecke der Neuschnee warme ausgeaperte Flächen.

Die Niederschläge sollen in der zweiten Hälfte der Nacht auf Donnerstag etwas geringer ausfallen. Schneefall wurde aber weiterhin bis in die Täler erwartet – möglich seien weitere 30 bis 40 Zentimeter, hieß es am Mittwoch gegen 17.00 Uhr. In den Hochlagen wurde mit deutlich höheren Neuschneemengen gerechnet. Der Wind bleibe stürmisch, am Donnerstag soll der Schneefall am Nachmittag aufhören. (APA, 19.4.2017)

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