Daimler-Millionen als baumelnde Karotte für VfB-Mitglieder

19. April 2017, 14:25
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Sollte die Ausgliederung der Fußballabteilung beschlossen werden, will der Autokonzern bis zu 41,5 Millionen in Anteile investieren

Stuttgart – Im Falle einer Ausgliederung seiner Fußball-Abteilung kann der VfB Stuttgart mit einer Millioneninvestition der Daimler AG rechnen. Sollte der Zweitliga-Tabellenführer die direkte Rückkehr in die Bundesliga schaffen, bezahlt der Autobauer 41,5 Millionen Euro für 11,75 Prozent an der AG. Verpasst der VfB den Aufstieg in dieser Saison, bekommt Daimler fünf Prozent für 10,5 Millionen Euro. Das Geld würde bereits für die Transferperiode im Sommer zur Verfügung stehen.

"Wir haben für beide Fälle eine fixe Zusage", sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich am Mittwoch und betonte: "Daimler hat keinerlei Interesse, ins operative Geschäft einzugreifen."

Voraussetzung ist jedoch, dass bei der Mitgliederversammlung am 1. Juni 2017 mit mindestens 75 Prozent für die Ausgliederung einer AG gestimmt wird. Von den neun Sitzen im Aufsichtsrat der VfB-AG sollen zwei an Vertreter des Autobauers gehen. Einer an Daimler als Investor und einer an einen Repräsentanten der Mercedes-Benz Bank, die auch ihr Engagement als Hauptsponsor im Falle einer Ausgliederung nach Angaben von Dietrich ausweiten will. Entscheiden sich die Mitglieder gegen eine Ausgliederung würde der Sponsorvertrag mit der Bank unverändert und noch für zwei weitere Jahre laufen.

Dieter Zetsche, der Daimler-Vorstandschef gibt in den Stuttgarter Nachrichen jedenfalls beinahe eine Liebeserklärung an den Verein ab: "Es ist uns ein Herzensanliegen (...) unser Engagement beim VfB deutlich auszubauen."

Der VfB, bei dem ÖFB-Teamspieler Florian Klein unter Vertrag steht, will mit dem Verkauf von Anteilen insgesamt 100 Millionen Euro einnehmen. In den kommenden Jahren sollen maximal 24,9 Prozent der Anteile veräußert werden. Präsident Dietrich will mit dem frischen Geld von Mercedes die sportliche Trendwende schaffen und den VfB bei einem Aufstieg wieder in der Bundesliga etablieren. (APA, red, 19.4.2017)

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