Ex-Mister-Germany und "Reichsbürger" angeklagt

19. April 2017, 13:05
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Bei Zwangsräumung auf Polizisten geschossen

Halle – Gegen einen ehemaligen Mister Germany ist in Deutschland Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden. Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft dem 42-Jährigen, der vom Inlandsgeheimdienst der Reichbürgerbewegung zugerechnet wird, gefährliche Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor.

Die Anklageschrift ist beim Landgericht Halle in Sachsen-Anhalt eingegangen, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Laut Anklage soll der Mann bei der Zwangsräumung seines Hausgrundstückes in Reuden am 25. August 2016 auf einen Polizisten geschossen haben. Der Beamte sei nur dank seiner Schutzkleidung nicht tödlich getroffen worden, hieß es. Auch der 42-Jährige wurde verletzt.

Der Beschuldigte hatte das Grundstück zu seinem "Staatsgebiet" erklärt. "Reichsbürger" erkennen die staatliche Ordnung in Deutschland und Entscheidungen wie Gerichtsurteile oder Steuerforderungen nicht an. Sie behaupten, das Deutsche Reich (1871–1945) bestehe bis heute fort.

Im Oktober 2016 hatte ein "Reichsbürger" in Georgensgmünd bei Nürnberg auf Polizisten geschossen. Ein 32 Jahre alter Beamter starb an seinen Verletzungen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die "Reichsbürger" seit Herbst 2016 und schätzt, dass deutschlandweit rund 10.000 Personen der Szene nahestehen. (APA, 19.4.2017)

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