Erdoğan weist Diktatorenvorwürfe zurück

19. April 2017, 12:03
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Türkischer Präsident: "Ich bin sterblich, ich könnte jeden Moment sterben"

Ankara – Nach seinem umstrittenen Sieg beim Referendum in der Türkei hat Staatschef Recep Tayyip Erdoğan dementiert, dass er sein Land in eine Diktatur führe. "Haben wir nicht Wahlurnen? Die haben wir", sagte Erdoğan dem Sender CNN in einem in der Nacht zu Mittwoch ausgestrahlten Interview.

"Wenn Sie sagen, dass die Wahlurne einen Diktator produziert, dann wäre das eine große Grausamkeit und Ungerechtigkeit gegenüber der Person, die gewählt wird. Gleichzeitig wäre das auch eine große Respektlosigkeit gegenüber denjenigen, die an der Wahlurne ihre Wahl treffen. Woher bezieht die Demokratie ihre Macht? Vom Volk."

"Wichtig ist, das Spiel zu gewinnen"

Erdoğan wurde in dem Interview gefragt, was er Kritikern entgegne, die ihm einen "Marsch in die Diktatur" vorwerfen. Diese Kritiker erhöben diesen unberechtigten Vorwurf seit Jahren, sagte er. Zu dem knappen Vorsprung bei dem Referendum über Präsidialsystem vom Sonntag zog Erdoğan eine Parallele zum Fußball und sagte, nur das Ergebnis zähle: "Wichtig ist, das Spiel zu gewinnen."

Erdoğan betonte, das Präsidialsystem, das ihn mit deutlich mehr Macht ausstattet, sei nicht auf seine Person zugeschnitten. "Das ist kein System, das Tayyip Erdoğan gehört. Ich bin sterblich, ich könnte jeden Moment sterben." (APA, 19.4.2017)

  • Tayyip Erdoğan legt sich fest: Er sei sterblich und daher kein Diktator.
    foto: apa / afp / adem altan

    Tayyip Erdoğan legt sich fest: Er sei sterblich und daher kein Diktator.

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