Xiaomi Mi 6 vorgestellt: Chinesisches Spitzen-Smartphone für 340 Euro

19. April 2017, 11:30
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Kommt mit Snapdragon 835, sechs GB RAM und Dualkamera – ohne Kopfhöreranschluss

Wie angekündigt hat der chinesische Elektronikriese Xiaomi nun sein nächstes Android-Flaggschiff vorgestellt – das Mi 6. Bei der Präsentation haben sich die meisten Leaks bestätigt. Das Smartphone soll mit starker Hardware und Doppelkamera punkten.

Im spritzwasserdichten Aluminiumgehäuse steckt ein Snapdragon 835, der aktuell schnellste Chip von Qualcomm. Ihm stellt Xiaomi sechs GB RAM an die Seite. Beim Onboardspeicher können Käufer sich zwischen einer 64-GB- und einer 128-GB-Ausgabe entscheiden.

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DualSIM, Schnellaufladung

Auf der Front findet sich ein 5,15-Zoll-Display, das mit 600 nit Helligkeit und 94,4 Prozent NTSC-Farbtreue punkten soll. Weiterhin verzichtet Xiaomi auf "2K"-Auflösung und liefert ein Panel mit Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel). Das Handy misst 145,2 x 70,5 x 7,5 Millimeter und wiegt 168 Gramm.

Der integrierte Akku wird mit 3.350 mAh angegeben. Geladen wird er über einen USB 3.0 (Typ-C) Port, wobei Schnellaufladung mit einer Leistung von bis zu 18 Watt unterstützt wird. Das Handy beherrscht ac-WLAN, LTE+ (allerdings ohne Band 20) und Bluetooth 5.0. Es kann mit zwei nanoSIMs bestückt werden. Vorinstalliert ist, Xiaomi-typisch, das auf Android basierende MIUI-System.

foto: xiaomi

Keine Kopfhörerklinke

Für leichtere Entsperrung gibt es einen unter Glas eingebetteten Fingerabdruckscanner unterhalb des Displays. Eingespart hat man die 3,5mm-Audioklinke für Kopfhörer und Headsets. Ein Schritt, der bereits bei anderen Smartphones – insbesondere Apples iPhone 7 – für kontroverse Debatten gesorgt hat.

Käufer des Mi 6 müssen also auf USB-C-Equipment umsteigen. Für die Audiowiedergabe ohne Kopfhörer wurden Stereolautsprecher verbaut.

foto: xiaomi

Dualkamera

Besonderes Augenmerk hat man auf die Doppelkamera gelegt. Man nutzt zwei Sensoren mit jeweils 12 Megapixel, aber unterschiedlicher Brennweite, so wie es auch Apple beim Plus-Modell seines aktuellen Handys handhabt. Den Unterschied nutzt man unter anderem, um einen Zweifach-Zoom oder Portraitfotos mit starkem Bokeh-Effekt umzusetzen, auch diese Features kennt man von Konkurrenten wie dem iPhone oder auch Huaweis P10.

Ein vierachsiges, optisches Bildstabilisierungssystem soll für verwackelungsfreie Fotos und Videos sorgen. Dazu gibt es einen Phase Detection-Autofokus und softwareseitige Verbesserungen für die Aufnahme von Bildern bei schlechten Lichtbedingungen. Unterstützt werden auch 4K-Aufnahmen und Zeitlupenvideos in 720p mit 120 Bildern pro Sekunde. Die Frontkamera bietet eine Auflösung von acht Megapixel.

foto: xiaomi

Ab 340 Euro, Importpreis wohl merklich höher

Xiaomi produziert vier Varianten des Gerätes. Drei reguläre Varianten kommen in den Farben Schwarz, Blau und Weiß. Dazu gesellt sich eine Keramik-Edition. In der günstigsten Variante mit 64 GB Speicher wird das Mi 6 in China 2.499 Yuan oder rund 338 Euro kosten. 2.899 Yuan (circa 392 Euro) fallen für die 128 GB-Edition an. Wer das Keramik-Modell (ebenfalls 128 GB) haben möchte, zahlt 2.999 Yuan bzw. 406 Euro.

Marktstart in China ist am 28. April. Bis das Handy über Importhändler zu haben ist, dürften ein paar Wochen vergehen. Aufgrund der Aufschläge im Zwischenhandel sowie den Transport- und Importkosten ist davon auszugehen, dass Endkunden hierzulande mit Startpreisen ab 450 Euro oder mehr rechnen dürften. Ob eine internationale Fassung des Mi 6 erscheinen wird, die dann auch das LTE-Band 20 unterstützen würde, ist unklar. (gpi, 19.04.2017)

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