Boston-Marathon: Legende, Leiden und Lachen

Blog20. April 2017, 06:00
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Von der Gleichzeitigkeit von Verzweiflung und Jubel. Von einer Reise in eine großartige Laufstadt. Von der Frau, die das Laufen demokratisierte, und ihrer Verbindung nach Österreich. Und vom Mann mit dem Hammer in den Hügeln vor Boston: der Boston-Marathon 2017

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foto: thomas rottenberg

Natürlich bin ich stolz. Und mittlerweile auch glücklich und beinahe zufrieden. Aber als ich über die Ziellinie kam, war das anders. Ganz anders – was für ein beschissener Lauf! 17 Minuten zu langsam. Ab Kilometer 35 oft gegangen. Den letzten Kilometer mit einer 7er-Pace erlitten. Nie den Rhythmus gefunden – obwohl bis zur Halbmarathonmarke auf den ersten Blick alles nach Plan gelaufen war: So läuft man keinen Marathon. So holt man keine "PB" – persönliche Bestzeit. So wird die Langstrecke nicht zum Genuss. So will man nicht im Ziel stehen. Schon gar nicht hier in Boston.

Das dachte ich, als ich am Ostermontag die Finishermedaille umgehängt bekam: 3:46:30 – eine satte Viertelstunde Verspätung. Was für ein toller Marathon, aber was für eine elende Performance

Auch wenn neben mir Läuferinnen und Läufer in Scharen eingegangen waren: Das war nicht mein Tag. Dass (wie ich später von einem Angehörigen einer ausgeschiedenen Läuferin hörte) angeblich fast 2.500 Teilnehmer zumindest Hilfe der Sanitäter gebraucht haben sollen? Dass die Temperatur auf 29 Grad geklettert sein soll und die Strecke keinen Schatten hat? Dass fast alle deutlich hinter Plan im Ziel eingelaufen waren? Egal: Jetzt wusste ich das alles nicht. Und war verzweifelt. Am Boden zerstört. So hatte ich mir Boston nicht vorgestellt.

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