Wie Facebook an einer Welt ohne Fernseher und Smartphones baut

    19. April 2017, 10:15
    7 Postings

    Das Unternehmen hat eine Plattform für Augmented Reality gestartet

    Vor einem Jahr hat Facebook seine Roadmap für die kommenden zehn Jahre enthüllt. Schon damals war klar, dass künstliche Intelligenz, virtuelle und erweiterte Realität für das soziale Netzwerk langfristig eine zentrale Rolle spielen sollen. Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz F8 ging das Unternehmen den nächsten Schritt und präsentierte eine neue Plattform für Augmented Reality.

    Start einer neuen Plattform

    Zunächst geht es dabei zum Beispiel um Kamerafilter und Spiele. Aber auch Kunstwerke, die für Betrachter auf einem Smartphone-Bildschirm auf weißen Wänden in der Stadt auftauchen könnten, oder Nachrichten, die nur für bestimmte Leute auf dem Display sichtbar werden.

    Zuckerberg hat bisher stärker auf virtuelle Realität gesetzt, bei der ein Nutzer mit Hilfe einer Spezialbrille in virtuelle Welten eintauchen kann. Dafür kaufte Facebook um zwei Milliarden US-Dollar das Unternehmen Oculus. Doch die Technologie blieb auf dem Markt bisher in der Nische. Zur F8 kündigte Facebook VR-Telefonate in seinem Kurzmitteilungsdienst Messenger an.

    Weiter verbreitete Augmented Reality

    Augmented Reality-Anwendungen ist hingegen schon weiter verbreitet. Dazu gehören etwa die Spiele "Pokèmon Go" und "Ingress" oder die Livefilter von Snapchat, die Nutzern virtuelle Masken aufsetzen. Auch Apple-Chef Tim Cook betonte wiederholt, das Konzept Augmented Reality sei sehr zukunftsträchtig. Apples Anfang April veröffentlichte neue Video-App Clips geht ebenfalls in diese Richtung. Microsoft ist mit seiner Datenbrille Hololens schon weiter, mit einem Preis von über 3.000 Euro bleibt aber auch sie vorerst ein Nischenprodukt.

    Das Potenzial von Augmented Reality geht weit über lustige Hundemasken hinaus. Es könnte zahlreiche Branchen auf den Kopf stellen. Viele Gegenstände, die man besitze, müssten gar nicht mehr physisch vorhanden sein, sagte Zuckerberg zu "USA Today" vor seiner Keynote am Dienstagabend. Mit einer Augmented-Reality-Brille könnte man sich beispielsweise den Fernseher sparen und stattdessen eine App um einen Dollar kaufen, die den Bildschirm einfach dort im Raum einblendet, wo man ihn haben will.

    Die Hürde Brille

    Letztendlich könnte Augmented Reality zahlreiche Geräte wie Fitnesstracker, Smartphones, Tablets oder Desktop-Computer überflüssig machen. Alle Informationen ließen sich auf virtuellen Bildschirmen anzeigen. Die Steuerung könnte über Gesten oder auf Oberflächen projizierte Touchscreens und Keyboards erfolgen.

    Voraussetzung dafür ist, dass Nutzer solche Brillen aufsetzen und ihren Alltag noch weitreichender von Facebook bestimmen lassen wollen. Google Glass, das dem Träger verschiedene Informationen einblenden konnte, war unter anderem an modischen, praktischen und Datenschutzfragen gescheitert. Anders als Google will Facebook seinen Nutzern die Augmented-Reality-Zukunft in kleinen Häppchen schmackhaft machen. (br/ APA, 19.4.2017)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Entwicklerkonferenz F8.

    Share if you care.