Trumps "Armada" fährt nun doch Richtung Nordkorea

19. April 2017, 11:43
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Der Flottenverband, mit dem die US-Regierung drohte, war in Wirklichkeit bei einem Manöver mit Australien

Washington/Seoul – Der von den USA vor mehr als einer Woche in die Gewässer vor der koreanischen Halbinsel beorderte Flottenverband nahm zunächst Kurs in die entgegengesetzte Richtung. Der Flugzeugträger USS Carl Vinson, der von einem Kampfflugzeug-Geschwader, zwei Lenkwaffenzerstörern und einem Kreuzer begleitet wird, habe zuerst an einem Manöver mit Australien teilgenommen, so das US-Pazifikkommando am Dienstag, und bestätigte damit einen Bericht der "New York Times".

Zuvor hatten US-Regierungsvertreter über Ostern erklärt, die Schiffe stünden für einen möglichen Präventivschlag gegen Nordkorea bereit. "Wir schicken eine Armada", hatte Präsident Trump gegenüber dem Fox News erklärt. Das stellte sich als möglicher Bluff heraus, wobei einige US-Medien auch von "Kommunikationsfehlern" in der US-Regierung berichteten.

Verteidigungsminister: Flottenverband "unterwegs"

So hatten etwa auch Verteidigungsminister James Mattis und der Nationale Sicherheitsberater H. R. McMaster davon gesprochen, dass der Flottenverband unterwegs sei. Ob sie tatsächlich nicht wussten, dass dies nicht der Fall war, muss noch geklärt werden.

Nun ist der Verband aber tatsächlich unterwegs: Die vom Flugzeugträger Carl Vinson geführten Marineschiffe seien auf dem Weg in Richtung Westpazifik, bestätigte das US-Militär.

Pence droht Nordkorea

US-Vizepräsident Mike Pence hat im Konflikt mit Nordkorea erneut eine entschlossene Reaktion der USA auf jegliche Aggression angekündigt. Die USA würden "jeden Angriff und jeden Einsatz konventioneller oder atomarer Waffen mit einer überwältigenden und effektiven Reaktion" beantworten, sagte Pence am Mittwoch an Bord des in Japan stationierten Kriegsschiffs USS Ronald Reagan.

Nordkorea sei "die gefährlichste Bedrohung" für den Frieden in der Region, so Pence. Nordkorea hatte am Sonntag wenige Stunden vor Beginn der Asien-Reise des US-Vizepräsidenten in Südkorea erneut eine Rakete abgeschossen, die nach Angaben der USA und Japans aber unmittelbar nach dem Start explodierte. Trotz internationaler Warnungen drohte Nordkorea mit weiteren Raketentests. Bei einem Besuch in Japan sagte Pence der dortigen Regierung am Montag die uneingeschränkte Unterstützung der USA zu.

Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte mit einem Alleingang gegen Nordkorea. Vergangene Woche kündigte die US-Regierung die Entsendung mehrerer Kriegsschiffe zur Koreanischen Halbinsel an. (red, APA, 19.4.2017)

  • Die Carl Vinson auf der Fahrt nach Süden in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java, laut US Navy am 15. April aufgenommen.
    foto: reuters/u.s. navy photo/sean m. castellano

    Die Carl Vinson auf der Fahrt nach Süden in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java, laut US Navy am 15. April aufgenommen.

  • Der Trägerverband im Indischen Ozean, 14. April.
    foto: reuters/u.s. navy/danny kelley

    Der Trägerverband im Indischen Ozean, 14. April.

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