Mehr Sicherheit, weniger Bühnen bei Wiener Donauinselfest 2017

18. April 2017, 17:19
115 Postings

Kosten werden umgeschichtet, denn Budget von rund vier Millionen Euro bleibt gleich

Wien – Das Wiener Donauinselfest findet heuer von 23. bis 25 Juni statt. Am Dienstag wurden erste Acts verraten – darunter Mando Diao, Der Nino aus Wien oder Hansi Hinterseer. Angesichts der jüngsten Terroranschläge wird es allerdings auch schärfere Sicherheitsmaßnahmen geben. Poller oder Schranken auf den Zufahrtsstraßen seien insofern durchaus denkbar, sagte Organisator Thomas Waldner.

foto: apa/herbert p. oczeret
Besucherinnen während eines Konzertes am Donauinselfest im Vorjahr.

"Wir sind von der Lage her sozusagen in einer glücklichen Situation, weil das auf einer Insel stattfindet", erklärte der Partychef. Das Festivalgelände sei somit beinahe ausschließlich über Fußbrücken erreichbar. Und bei den wenigen Zufahrtsstraßen habe es auch bisher schon Kontrollen gegeben. Ob in diesem Jahr tatsächlich Hindernisse wie Poller, Schranken oder Temposchwellen errichtet werden, dazu hielt sich Waldner am Rande der Pressekonferenz bedeckt.

Rucksack- und Taschenkontrollen

"Das Sicherheitskonzept wird jährlich evaluiert", man sei in enger Abstimmung mit der Polizei. Es werde im Hintergrund sehr wohl Neuerungen geben, die könne er aber eben aus strategischen Gründen nicht völlig preisgeben. Nur soviel: Auf Besucher kommen wohl intensivere Rucksack- und Taschenkontrollen zu. Außerdem wird es an bestimmten Punkten mehr Securitypersonal geben. Waldner verwies darauf, dass man in puncto Sicherheit schon in den vergangenen Jahren die "Schrauben angezogen" habe – etwa auch bei der Videoüberwachung. Aktuell hält man bei 27 Kameras.

SPÖ-Landesgeschäftsführerin Sybille Straubinger – die Stadt-Roten sind Veranstalter des Donauinselfests – sagte, dass es bei Terrorismus immer um den Versuch der Einschüchterung gehe, "wie wir leben und wie wir feiern". Davon dürfe man sich aber nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Elf statt 13 Bühnen

Die Aufstockung der Sicherheitsmaßnahmen schlägt sich jedenfalls auch im Budget nieder, wobei die Gesamtmittel in etwa gleich bleiben. Man habe umgeschichtet. So gibt es etwa heuer elf Bühnen und 16 Themeninseln – 2016 waren es noch 13 Stages bzw. 19 Themeninseln. Die Gesamtausgaben bezifferte Straubinger mit 5,5 Millionen Euro. Vier Millionen kommen laut Waldner vom Veranstalter, der SPÖ Wien. Dieser Wert bleibe trotz der Mehrinvestitionen in die Sicherheit stabil.

Was das Programm angeht, verriet Waldner heute erste Namen. Mando Diao und Der Nino aus Wien werden etwa auf der FM4-Bühne konzertieren. Auf der Hauptbühne ist für den Samstag ein Falco-Tribute anlässlich seines 60. Geburtstags angekündigt. Fettes Brot, Julia Le Play und Russkaja-Sänger Georgij Makazaria werden mit der Originalband des 1998 verstorbenen Künstlers Songs interpretieren. Die Aufzeichnung des Events wird dann am 2. Februar 2018 zum 20. Todestag des "Falken" im ORF gezeigt.

Marianne Mendt und Hansi Hinterseer

Die Schlagerbühne wartet dieses Jahr mit Hansi Hinterseer auf, der seine Premiere am Eiland begeht. Dort gibt es heuer außerdem einen Swing-Schwerpunkt: Marianne Mendt präsentiert Hits der vor 100 Jahren geborenen Jazz-Legende Ella Fitzgerald, Alkbottle-Frontmann Roman Gregory serviert Dean-Martin-Evergreens. Auf der Ö1-Bühne will Kabarettist Klaus Eckel das Publikum mit seinem neuen Programm "Zuerst die gute Nachricht" zum Lachen bringen.

Gastrozonen und Flying Fox

Einige Novitäten gibt es in Sachen Rahmenprogramm des Open-Air-Festivals, das diesmal "Meine Stadt. Mein Fest" zum Motto hat. Erstmals wird man zwei "Inselgärten" errichten – also eigene Gastrozonen, wo man etwas entspannter als bei den herkömmlichen Imbissständen essen und trinken können soll. Außerdem sorgen eine 70 Meter lange Wasserrutsche, ein Flying Fox, mit dem man per Seil 160 Meter lang über den Publikumsbereich einer Bühne fliegen kann, oder ein "The Beast" genannter aufblasbarer Hindernisparcours für Zeitvertreib.

Das vollständige Programm mit allen Künstlern – der Österreich-Anteil soll bei zwei Dritteln liegen – wird Mitte Mai vorgestellt. Im Vorjahr besuchten insgesamt 3,1 Millionen Gäste das dreitägige Donauinselfest. Rund ein Drittel der Party-Insulaner kommt nicht aus der Bundeshauptstadt. (APA, red, 18.4.2017)

    Share if you care.