Analog-Astronauten finden neues Trainingsgelände im Oman

18. April 2017, 11:35
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Das ÖWF hat die Dhofar-Wüste für seine nächste simulierte Marsmission auserkoren

Innsbruck/Wien – Ab Anfang Februar 2018 wird sich in der Dhofar-Wüste im Oman vier Wochen lang ein seltsames Schauspiel ereignen: Österreichische "Analog-Astronauten" üben dann in Raumanzügen für zukünftige Mars-Missionen. Sie tun das, weil die Bedingungen dort jenen auf dem Mars durchaus ähnlich sind, wie das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) mitteilte.

Das ÖWF ist seit 2003 auf der Suche nach Orten, die mit ihren unwirtlichen Bedingungen der Marsoberfläche möglichst nahe kommen sollen. Dort lassen sich die technologischen Entwicklungen und organisatorischen Abläufe, die einmal auf echten Weltraummissionen eingesetzt werden sollen, am besten trainieren. Ihre Aktivitäten haben die Experten des in Innsbruck ansässigen Forschungsverbundes etwa schon in die Nord-Sahara in Marokko, in den US-Bundesstaat Utah, auf Tiroler Gletscher oder in die Dachstein-Höhlen geführt.

Zwischen Sand und Salzkuppeln

Für die kommende Expedition, im Rahmen derer voraussichtlich 15 Feldforscher zusammen mit internationalen wissenschaftlichen Partnern raumfahrttechnische, geophysikalische und lebenswissenschaftliche Experimente durchführen werden, fiel die Wahl auf die Dhofar-Wüste im Süden des Oman. Mit ihren ausgetrockneten Flussbetten, Salzkuppeln und Salzebenen und der ursprünglichen Bodenbeschaffenheit sei diese Gegend der Marsoberfläche in vielerlei Hinsicht ähnlich.

"Das Testgelände bietet eine große Vielfalt an sandigen und steinigen Oberflächen und unterschiedlich steilen Hängen. Die durchschnittlichen Temperaturen im Testgebiet variieren im Februar zwischen 16 und 27 Grad Celsius mit weniger als zehn Millimeter Niederschlag. Bis auf möglichen Regen und eine Atmosphäre, die man atmen kann, also fast der perfekte Mars", so Gernot Grömer, Vorstand des ÖWF.

An Ort und Stelle werden unter anderem die von den heimischen Experten entwickelten "Aouda"-Raumanzüge eingesetzt. Geleitet werden die Abläufe in der Wüste vom "Mission Support Center" in Innsbruck aus. Das Sultanat Oman hat zur Unterstützung der Mission ein nationales Steuerungskomitee eingerichtet. Forschungsteams, die sich mit Experimenten an der "12. Mars Analog Mission" des ÖWF beteiligen wollen, können Vorschläge bis zum 30. Juni einreichen. (APA, red, 18. 4. 2017)

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