Immunzellen in der Milz verringern Arteriosklerose-Risiko

18. April 2017, 10:04
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"Marginalzonen B-Zellen" beschwichtigen vor allem bei Cholesterin-reicher Ernährung und reduzieren dadurch Gefäßschädigungen, die zu Herz-Kreislauferkrankungen führen

Wien – Immunzellen in der Milz mäßigen die Reaktion ihrer Kollegen bei Cholesterin-reicher Ernährung und verhindern damit Entzündungen in den Blutgefäßen, fand ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung bei Mäusen heraus. Dadurch schützen diese "Marginalzonen B-Zellen" vor Gefäßschädigungen und Arteriosklerose, also Arterienverkalkung. Die Studie erschien im Fachmagazin "Nature Medicine".

Die Forscher um Ziad Mallat von der Universität Cambridge in Großbritannien konnten bei Mäusen ohne solchen Marginalzonen B-Zellen beobachten, dass andere Immunzellen (Follikuläre T-Helferzellen) überaktiv waren. Dadurch entstanden vermehrt arteriosklerotische Gefäßschädigungen.

"Anti-Entzündungs-Modus"

Marginalzonen B-Zellen findet man auch bei Menschen in der Milz an der Schnittstelle von zirkulierendem Blut und Lymphgewebe. Sie sind wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern im Blut. Bei sehr cholesterinreicher Ernährung schalten diese Immunzellen auf eine Art "Anti-Entzündungs-Modus" und mäßigen die T-Helferzellen, berichtet das Forschungsteam, zu dem auch Christoph Binder und Dimitrios Tsiantoulas von der Medizinischen Universität (Meduni) Wien und dem Center for Molecular Medicine (CEMM) in Wien gehören. Auf diese Art verringern sie das Arteriosklerose-Risiko. Die Folgeerscheinungen solcher Gefäßschädigungen, nämlich schwere Herz-Kreislauferkrankungen, sind in den westlichen Industrienationen die häufigste Todesursache. (APA, 18.4.2017)

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