Milliardenstrafe für brasilianischen Konzern Odebrecht

18. April 2017, 06:48
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Korruptionsermittlungen gegen führende Politiker in Brasilien

New York / Rio de Janeiro – Der brasilianische Mischkonzern Odebrecht ist in den USA wegen eines Schmiergeldskandals zu einer Strafe von rund 2,6 Milliarden Dollar (2,45 Mrd. Euro) verurteilt worden. 2,39 Mrd. Dollar sollen in Brasilien gezahlt werden, 93 Mio. Dollar an die Vereinigten Staaten und weitere 116 Mio. Dollar an die Schweiz, sagte Richter Raymond Dearie am Montag in einem New York.

Odebrecht soll Schmiergeld in Höhe von 788 Mio. Dollar in zwölf Ländern – vor allem in Lateinamerika – gezahlt haben, um so an lukrative Aufträge heranzukommen. Das Geld soll zum Teil über US-Banken geflossen sein.

Korruptionsermittlungen

Das Oberste Gericht Brasiliens machte vergangene Woche den Weg für Korruptionsermittlungen gegen zahlreiche Minister und dutzende Parlamentsabgeordnete frei. Zu den Politikern gehören der Kabinettschef von Präsident Michel Temer sowie der Außen-, Handels- und Landwirtschaftsminister. Auch führende Oppositionspolitiker sind betroffen, darunter die Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Rousseff.

Die Ermittlungen gründen sich auf Aussagen von Odebrecht-Mitarbeitern. Medienberichten zufolge wird den Politikern vorgeworfen, gegen den Erhalt von Schmiergeldern dabei geholfen zu haben, an Aufträge des staatlichen Ölkonzerns Petrobras heranzukommen.

Den Ermittlern sollen Beweise vorliegen, dass beim Bau der Sportstadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ebenfalls illegale Gelder geflossen seien. Odebrecht hat mindestens vier der zwölf WM-Stadien gebaut. Zahlreiche Politiker haben die Anschuldigungen zurückgewiesen und die Aussagen der Odebrecht-Mitarbeiter als unglaubwürdig bezeichnet. (APA, Reuters, 18.4.2017)

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