Kopfschuss in Brigittenau: Verdächtiger geständig

17. April 2017, 10:46
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Ermittler stellten Tatwaffe sicher – Beschuldigter: Ich war allein – Keine Angaben zum Motiv

Wien – Mit den Worten "Ich war's, nehmt mich fest" hat sich nach einer Bluttat in Wien-Brigittenau am Ostersonntag ein Verdächtiger gestellt. Das teilte Polizeisprecher Patrick Maierhofer am Ostermontag der APA mit. Der 27-Jährige hatte sich unmittelbar nach der Tat in der Jägerstraße 6 in eine in der Nähe liegende Polizeiinspektion begeben. Die Ermittler haben auch die Tatwaffe sichergestellt.

Zeugen hatten am Ostersonntag gegen 15.00 Uhr die Polizei verständigt, weil sie in der Jägerstraße einen lautstarken Streit mitbekommen hatten. Kurz darauf wurde ein Mann mit einem Kopfschuss auf dem Gehsteig liegend aufgefunden. Zunächst waren die Ermittler des Landeskriminalamtes von mehreren Beteiligten ausgegangen. Kurz nach der Tat hatte sich der Verdächtige gestellt.

Bei ihm handelt es sich um einen 27-Jährigen aus dem Kosovo. Das Opfer ist ein 26-Jähriger aus Österreich mit bosnischen Wurzeln. Der Verdächtige gab an, dass er seinen Kontrahenten im Zuge eines Streits, der in einem in der Nähe liegenden Lokal seinen Ausgang genommen hatte, erschossen hatte und dass er allein war. Allerdings äußerte sich der Beschuldigte bisher nicht zum Motiv. Er wolle zunächst mit seinem Anwalt sprechen, fasste Maierhofer die Erstverantwortung zusammen.

Polizei geht von wahrheitsgemäßen Geständnis aus

Die Tatwaffe fanden die Ermittler im in der Nähe des Tatortes abgestellten Wagen des Verdächtigen. Er hatte sich den Pkw ausgeborgt. Bei der Faustfeuerwaffe handelt es sich um eine Pistole, Kaliber 7,62 mm. Die Waffe hatte der 27-Jährige nach der Tat im Auto abgelegt und war dann zur Polizei gegangen.

Die Ermittler nahmen Tests von der Kleidung und der Schusshand des Verdächtigen, um seine Verantwortung zu überprüfen. Nach Vorliegen der Ergebnisse – in einigen Tagen, so Maierhofer – könne man mit Sicherheit sagen, ob es sich um den Täter handelt. Derzeit geht die Polizei davon aus, dass die Geschichte stimmt. Es ist auch nicht auszuschließen, dass Beschuldigter und Opfer nicht zufällig aufeinandergetroffen sind, sondern dass die beiden schon länger miteinander bekannt waren und es um eine bereits länger zurückliegende Geschichte zwischen den beiden gehen könnte.

Maierhofer sagte, dass noch die Einvernahmen mehrerer Zeugen laufen. Bei ihnen dürfte es sich nicht um Beteiligte der Auseinandersetzung handeln. Sie dürften einfach den lautstarken Streit der beiden Kontrahenten mitbekommen haben und dazugekommen sein. Bisher haben die Ermittler aber noch nichts zum Inhalt des Disputs gehört. "Sie sagen durch die Bank nur, sie haben einen Streit gehört", so Maierhofer. "Wir gehen momentan von einem Einzeltäter aus", fasste der Sprecher den Ermittlungsstand zusammen. (APA, 17.4.2017)

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