SVM-Blackouts bringen Austria auf Siegerstraße

16. April 2017, 16:54
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Defensivschnitzer laden zunächst müde Veilchen zum Toreschießen ein, am Ende gewinnen die Gäste im Pappelstadion 3:0 und stehen wieder auf Platz drei

Mattersburg – Nach vier Pflichtspielniederlagen in Serie ist die Wiener Austria am Sonntag mit einem 3:0-(2:0)-Sieg in Mattersburg aus ihrer Krise getaucht und in die Europacupränge zurückgekehrt. Larry Kayode (21.), Alexander Grünwald (45.) und Felipe Pires (74.) sorgten für einen letztlich verdienten Erfolg.

Die Austria, deren Trainer Thorsten Fink medial derzeit als heißer Kandidat auf den Betreuerjob beim FC Basel gehandelt wird, kletterte mit nunmehr 50 Punkten und dem besseren Torverhältnis vorbei an Altach (50) auf Rang drei, nur ein Punkt fehlt auf Sturm Graz. Für Mattersburg endete ein kleiner Erfolgslauf von zuletzt einem Remis und zwei Siegen, der Neunte steht weiter bei 30 Zählern. Weil tags zuvor auch Schlusslicht Ried (26) und St. Pölten (31) Niederlagen kassierten, bleibt das Bild im Abstiegskampf gleich.

Während Mattersburg-Coach Gerald Baumgartner seine Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche unverändert ließ, schickte Fink die Austria mit zwei Änderungen aufs Feld: David De Paula ersetzte in der Defensive den angeschlagen Jens Larsen, im offensiven Mittelfeld kam Felipe Pires anstelle von Ismael Tajouri zum Einsatz.

Aussetzer konterkarieren Mattersburger Überlegenheit

Die Gäste begannen sichtlich vorsichtig, Mattersburg gab den Ton an und zeigte in der Anfangsphase einige flüssige und flotte Kombinationen. Chancen ergaben sich daraus aber nur zwei: In der neunten Minute wurde Solostürmer Patrick Bürger beim Kopfball von De Paula geblockt, die beste Möglichkeit leitete nach etwas mehr als einer Viertelstunde David Atanga ein. Die Salzburg-Leihgabe sprintete Petar Filipovic auf und davon, agierte im Strafraum aber beim Abspiel zu zögerlich. Lukas Rotpuller konnte den Ball schließlich vor Bürger klären.

Wenig später bedanke sich Kayode dann für ein wahres Osterpräsent der Gastgeber: Thorsten Mahrer verlor als letzter Mann den Ball an Pires, dessen Zuspiel Kayode im Mattersburger Tor unterbrachte. Der elfte Saisontreffer des Nigerianers ließ verunsicherte Burgenländer zurück. In der Folge schob Venuto nach einer völlig missglückten Kopfballrückgabe von Jano den Ball am langen Eck vorbei (25.) und wiederholte dies nach einen Konter (32.). Als Freistoßspezialist Grünwald mit einem gefühlvollen Freistoß ins Kreuzeck quasi mit dem Pausenpfiff auf 2:0 erhöhte, war die Vorentscheidung gefallen.

Austria verwaltet routiniert

Mattersburg startete zwar sehr aggressiv in die zweite Hälfte und brachte in der 53. Minute Sturmtank Stefan Maierhofer. Die Hausherren versuchten es nun verstärkt mit hohen Bällen, Konkretes schaute dabei aber nicht heraus. Vielmehr machte die Austria eine Viertelstunde vor Schluss nach einem Konter den Sack zu: Pires schob nach schöner Vorarbeit von Venuto locker ein. (APA, red, 16.4. 2017)

Fußball-Bundesliga, 29. Runde:
SV Mattersburg – FK Austria Wien 0:3 (0:2).
Mattersburg, Pappelstadion, 6.100, SR Eisner

Tore: 0:1 (21.) Kayode, 0:2 (45.) Grünwald, 0:3 (74.) Pires

Mattersburg: Kuster – Höller, Ortiz, Mahrer, Rath – Erhardt, Jano (72. Ibser) – Atanga, Perlak (53. Maierhofer), Röcher – Bürger (79. Varga)

Austria: Hadzikic – De Paula, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest (87. Mohammed), Holzhauser – Venuto, Grünwald, Pires (83. Kvasina) – Kayode (89. Friesenbichler)

Gelbe Karten: Maierhofer, Höller bzw. Rotpuller, Filipovic, Serbest, Holzhauser

Stimmen

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): "Es ist sehr schade. 0:3 ist viel zu hoch. Wir haben 90 Minuten gut gespielt, durch Eigenfehler haben wir die Partie dann verloren. Der Freistoß von Grünwald war sehr schön. Zum Schluss sind wir, da wir drei Offensivspieler auf dem Feld gehabt haben, in einen Konter gelaufen. Wir versuchen unsere Lehren aus dem Match zu ziehen. Kommenden Samstag wartet ein schweres Auswärtsspiel in Graz."

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Es war ein schweres Spiel. Wir haben von den Eigenfehlern der Mattersburger profitiert. Die ersten 20 Minuten haben wir nicht gut ins Spiel gefunden. Durch eine gute Pressingaktion konnten wir das 1:0 erzielen. Es ist eine junge Mannschaft, die noch viel dazulernen muss, heute hat sie aber die Nerven bewahrt. Der Sieg gibt uns viel Sicherheit für das kommende Derby."

Zu den Basel-Gerüchten: "Es liegt kein Angebot vor, wir werden sehen, was zu Saisonende passiert. Ich konzentriere mich jetzt auf das Wiener Derby."

  • Larry Kayode (2. von rechts) war als erster Austrianer Nutznießer Mattersburger Unzulänglichkeiten, der Nigerianer erzielte nach einem Abwehrschnitzer die Führung der Wiener.
    foto: apa/pfarrhofer

    Larry Kayode (2. von rechts) war als erster Austrianer Nutznießer Mattersburger Unzulänglichkeiten, der Nigerianer erzielte nach einem Abwehrschnitzer die Führung der Wiener.

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