Sorge wegen Trump-Staatsbesuchs mit Fahrt in goldener Kutsche durch London

16. April 2017, 14:22
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"Times": Massive Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Visite soll für zweite Oktoberwoche geplant sein

London/Washington – Der geplante Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump bereitet Großbritannien offenbar Sicherheitsprobleme. Da Trump auf einer Fahrt in einer goldverzierten Kutsche bestehe, müssten sehr große Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, berichtete die Zeitung "The Times".

Die Visite sei in der zweiten Oktoberwoche geplant. Der Buckingham-Palast und ein Regierungssprecher wollten am Sonntag in London keine Stellungnahme dazu abgeben.

Frühere US-Präsidenten wurden oft erst Jahre nach ihrem Amtsantritt mit dem vollen Pomp des Königshauses empfangen. Zum Staatsempfang gehört neben einer Prozession in der Kutsche auf Londons Paradestraße "The Mall" auch ein Staatsbankett im Buckingham-Palast. Scotland Yard rechnet mit Zehntausenden Demonstranten bei Trumps Besuch.

Trumps Limousine biete Schutz vor Raketen

Die Sicherheitsvorkehrungen im Oktober würden alle bisherigen Staatsbesuche in den Schatten stellen, zitierte die "Times" britische Sicherheitskreise. Die Limousine, die Trump in den USA benutze, biete sogar Schutz vor kleinen Raketen. "Wenn er aber in einer Kutsche sitzt, die von Pferden auf der 'Mall' gezogen wird, dann steigt der Risikofaktor dramatisch an", sagte eine nicht näher genannte Quelle. Die Limousine Trumps ist mit Karbon und Titan extrem gepanzert.

Wem ein solcher Staatsbesuch zusteht, entscheidet in erster Linie die britische Regierung. Diese Ehre wird nur wenigen zuteil. Nach Angaben des Buckingham-Palastes gibt es pro Jahr ein bis drei dieser Visiten in Großbritannien. Darunter seien bisher zwei US-Präsidenten gewesen: George W. Bush (2003) und Barack Obama (2011). Obama hatte aus Sicherheitsgründen auf die Kutschenfahrt verzichtet.

May lud Trump im Namen der Queen ein

Die britische Premierministerin Theresa May hatte Trump während ihres Besuchs in Washington Ende Jänner im Namen der Queen eingeladen. Ein konkreter Termin für den Besuch wurde offiziell noch nicht genannt.

Zehntausende Briten haben bereits gegen den Staatsbesuch in verschiedenen britischen Städten demonstriert. Sie werfen May vor, sich mit der Einladung bei Trump anzubiedern. Mehr als 1,8 Millionen Briten sprachen sich zudem in einer Petition dafür aus, den Besuch mit allen zeremoniellen Ehren herabzustufen. Doch die Regierung in London betonte, dass die Einladung stehe.

Eine Rede Trumps vor dem Londoner Parlament hat Unterhaussprecher John Bercow bereits ausgeschlossen. In einer Aufsehen erregenden Rede warf er dem US-Präsidenten indirekt Sexismus und Rassismus vor. (APA/dpa, 16.4.2017)

  • Ein aufblasbares Huhn bei einer Demonstration gegen Donald Trump in Los Angeles Mitte April.
    foto: ap

    Ein aufblasbares Huhn bei einer Demonstration gegen Donald Trump in Los Angeles Mitte April.

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