In Südafrika getöteter Salzburger war Hai-Experte

15. April 2017, 13:30
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Zoologe vermutet, dass 68-Jähriger erst nach seinem Tod angefallen wurde – Obduktion soll Klarheit bringen

Salzburg – Der 68-jährige Tauchlehrer aus Salzburg, der am Mittwoch vor der Küste Südafrikas von einem Hai getötet worden sein soll, war im Umgang mit den Raubfischen geschult. "Er hat sogar Vorträge über die Begegnung mit Haien gehalten", sagte sein Vereinsobmann im Gespräch mit dem "Kurier" (Samstag-Ausgabe). Ein Experte vermutet, dass der Mann ertrunken und erst dann von einem Hai angefallen worden sei.

Laut Homepage des Vereins hatte der Mann jahrzehntelange Tauch-Erfahrung und neben etlichen anderen einschlägigen Ausbildungen auch Kursmodule in "Shark human interaction" absolviert. Wie auf der Website zu lesen, tauchte er gerne im Millstätter- und im Weißensee sowie im Ausland bevorzugt im Roten Meer und im Mittelmeer. Sein großes Interesse dürfte Riffen gegolten haben. Unnötige Risiken wäre er nie eingegangen, so der Vereinsobmann.

Der Mann war nach einem Tauchgang an den für ihre Population an Tiger- und Bullenhaien bekannten "Protea Banks" in der Provinz KwaZulu-Natal vermisst worden. Bei Suchaktionen wurden Reste des Taucheranzuges mit Bissspuren eines Tigerhais und sterbliche Überreste gefunden. Nun sollen Gerichtsmediziner klären, ob der Taucher von dem Hai getötet wurde oder zuerst gestorben und dann angegriffen worden ist.

Der Schweizer Tauchforscher Erich Ritter vermutete am Samstag in den "Salzburger Nachrichten", dass der 68-Jährige – etwa nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall – ertrunken und erst danach von dem Hai gebissen worden sein könnte. Es sei keine Seltenheit, dass tote Menschen relativ rasch von Haien angefallen würden.

"Die Wunden sind sehr ähnlich gegenüber anderen Unfällen mit Tauchern, die ebenfalls zuerst ertrunken waren", sagte Ritter dem Fachmagazin "Tauchen". Dieses berichtete unter Berufung auf Kollegen des Salzburgers auch, er habe bereits bei den vorangegangenen Tauchgängen Probleme gehabt. Der Vereinsobmann des Verunglückten, ein Internist, meinte allerdings gegenüber der Zeitung "Österreich", dass der 68-Jährige topfit gewesen sei, von einer Erkrankung wisse er nichts. (APA, 15.4.2017)

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