Antonio Fian: Ostergedanken

14. April 2017, 15:31
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Gründonnerstag 2017. Infozone des AMS in Klagenfurt. Auf zwei Sesseln nebeneinander zwei ehemalige Beachvolleyball-Nachwuchsspieler, wartend

(Sie tragen Schirmkappen und dunkle Brillen. Der Erste zieht ein Blatt Papier aus der Gesäßtasche und reicht es dem Zweiten.)

DER ZWEITE (faltet das Blatt auseinander und liest vor): "Ostagedonkn // Ein Knobe druntn in Aleppo / wär gern woondast, doch er lebt do. / Auch er tät gerne Ostan feian / mit Schinkn, Reindling, bunten Eian. / Doch wos bringt ihm da Ostahose? / Nua Bomben, Kriag, Dumdumgeschose. / Wos findet er in den Ruinen / stott Ostanestln? Töllaminen. / Stott Ostafeia aufzuschichtn / muass er vor Feiawolzn flichtn, / und wos bei uns die Frühlingslüfte, / sein in Aleppo Nervengifte. / Und wem vadonkt er dieses Glump? / Da Gier, dem Putin und dem Trump." (Faltet das Blatt wieder zusammen und reicht es dem Ersten.) Guat.

DER ERSTE: Wohl?

DER ZWEITE: Wohl wohl, guat, lei... I man, man sogt nit Trump, sondern Tramp.

DER ERSTE: Eh.

DER ZWEITE: Oba donn reimt sich nit auf Glump.

DER ERSTE: Muass ma sogn Glamp. Amerikanisch.

DER ZWEITE: Ah, amerikanisch.

(Pause)

DER ERSTE: Oba sunst guat, oda?

DER ZWEITE: Guat. Onklogend irgndwie.

DER ERSTE: Eh.

DER ZWEITE: Nutzn wead’s holt nix.

DER ERSTE: Eh nit.

DER ZWEITE: Schas, oda?

DER ERSTE: Eh.

(Vorhang)

(Antonio Fian, 15.4.2017)

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