Yamaha X-Max 300: Ins Wespennest stechen

    17. April 2017, 07:33
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    Yamaha baut den 250er-roller zum 300er um, der die Konkurrenz das Fürchten lehren wird

    Florenz – Genau dort, wo die Vespa ebenso auf jeder zweiten Postkarte zu finden ist wie der David, die Uffizien oder die Ponte Vecchio – genau dort, in Florenz, präsentiert Yamaha den neuen Sportroller X-Max 300. Dort, wo im Stadtverkehr alle gleichzeitig fahren, obwohl eigentlich gar kein Platz ist – Millimetrieren nennen wir das auf dem Motorrad. Dort, wo der Blick ständig von der Fahrbahn gelenkt wird, sei es wegen einer historischen oder einer eleganten Sehenswürdigkeit.

    foto: yamaha

    Ungefähr mit dem gleichen Respekt, wie Yamaha seine Scooter-Präsentation im Kernland der Vespa präsentiert, fahren wir in den zweiten Kreisverkehr ein. Ziemlich genau null. Denn am Weg dorthin haben wir bereits zwei Sachen über den X-Max 300 herausgefunden.

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    Erstens: Er lässt sich so einfach dirigieren wie eine Katze, wenn man nur das richtige Leckerlein in der Hand hält. Zweitens: Der neue Motor ist ganz schön frech.

    Der neue 300er löst den X-Max 250 ab. Strengere Abgasvorschriften und die Sehnsucht nach mehr Druck als Reaktion auf den Dreh am Gasgriff zeichnen dafür verantwortlich.

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    Roller-Freunde wissen, die Scooter von Yamaha waren stets auf der sportlichen Seite. Und da setzen die Japaner nun mit dem größeren und stärkeren Motor noch eines nach. 20,6 kW, 28 PS leistet die Maschine nun.

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    Damit ist man in der Stadt mehr als nur gut motorisiert. Im Frühverkehr in die Arbeit reicht auch in Florenz ein Moped, da muss man keine 300er haben. Angenehm ist es trotzdem, wenn man jede Lücke nutzen kann, weil zum einen genug Kraft anliegt, der Roller gleichzeitig aber agil und sehr direkt ist.

    foto: yamaha

    Was ein Fuffzgerl aber sicher nicht kann, ist zwei Vollvisierhelme unter der Sitzbank verstauen. Zusätzlich befinden sich zwei Handschuhfächer im vorderen Schild. Im Absperrbaren ist auch eine Zwölf-Volt-Buchse. Warum das andere Fach nicht auch gleich versperrbar ist? Wir haben keine Ahnung. Aber wir wissen, dass der Laderaum selbst für den größeren Einkauf beim erstbesten Supermarkt auf dem Weg zwischen Arbeit und Heim reicht.

    foto: yamaha

    An Speckgürtler denkt Yamaha als Kunden. Denn sogar auf der Autobahn gibt sich der Roller bis jenseits der 150 km/h keine Blöße.

    Zypressen fressen

    Am meisten Spaß macht dieses Gerät aber auf der Runde über die Hügel der Toskana. Das Fahrwerk nimmt es auch mit den teilweise schlechten Straßen auf – und die Traktionskontrolle wacht darüber, dass uns nicht ungewollt die Zypressen fressen.

    foto: yamaha

    Wer vom Motorrad auf den Roller umsteigt, wird erstaunt sein, wie sich der über die Berge treiben lässt, sich über das Keyless-System freuen, das es inzwischen auch auf zwei Rädern gibt, sich aber ein paar giftigere Bremsen wünschen. Wer vom 250er umsteigt, wird sich Taschentücher wünschen, um die Freudentränen trocknen zu können.

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    Preis: 5699 Euro (Guido Gluschitsch, 17.4.2017)

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    Yamaha

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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