Schmutziges Wasser: Für zwei Milliarden Menschen krankmachende Realität

    14. April 2017, 09:44
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    Cholera, Ruhr und Typhus fordern 500.000 Tote jährlich. Sie sterben durch verunreinigtes Wasser – die Weltgesundheitsorganisation WHO zieht Bilanz

    Fast zwei Milliarden Menschen nutzen mit Fäkalien verunreinigtes Wasser und riskieren damit Krankheit und Tod. Allein an Durchfallerkrankungen sterben jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in einem neuen Bericht am Donnerstag erklärte. Sie forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend mehr Geld in den Zugang zu sauberem Wasser zu investieren.

    Durch verschmutztes Wasser drohten unzählige Menschen an Cholera, Ruhr, Typhus oder Polio zu erkranken, warnte die Leiterin der WHO-Abteilung für öffentliche Gesundheit, Maria Neira. Aber verunreinigtes Wasser sei auch ein wesentlicher Faktor für den Ausbruch tropischer Krankheiten, darunter Darmwürmer, Bilharziose und Bindehautentzündungen.

    Maßnahmenpaket gefordert

    Die Vereinten Nationen hatten in ihren nachhaltigen Entwicklungszielen 2015 unter anderem vereinbart, dass bis 2030 weltweit allen Menschen der Zugang zu sicherem und bezahlbarem Wasser gewährleistet sein soll. Dieses Ziel dürfte laut dem nun vorgestellten Bericht von UN-Wasser weit verfehlt werden, sollte die Staatengemeinschaft ihre Investitionen nicht radikal erhöhen.

    Dem UN-Papier zufolge steigerten die Länder ihre durchschnittlichen Ausgaben für Wasser, Sanitäreinrichtungen und Hygiene in den vergangenen drei Jahren zwar durchschnittlich um 4,9 Prozent. Doch räumen 80 Prozent der Staaten ein, dass sie damit ihre selbst gesteckten Ziele nicht erfüllen.

    Bessere Wasseraufbereitung

    Nach einer Schätzung der Weltbank müssten die weltweiten Investitionen in Infrastruktur jährlich um das Dreifache auf dann 114 Milliarden Dollar (107,50 Mrd. Euro) erhöht werden, um die Entwicklungsziele zu erreichen. Dies sei eine Herausforderung, die lösbar sei, erklärte der Chef von UN-Wasser und Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder. Mehr Investitionen in Wasser und sanitäre Anlagen könnten wesentliche Gewinne für die menschliche Gesundheit und Entwicklung einbringen sowie Arbeitsplätze schaffen. (APA, 14.4.2017)

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