Bericht über US-Präventivschlag gegen Nordkorea dementiert

14. April 2017, 05:52
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Vertreter der US-Regierung nannte Bericht falsch – NBC-News hatte zuvor von einem möglichen Präventivschlag gegen Nordkorea berichtet

Washington – Ein Vertreter der US-Regierung hat einen Medienbericht über die Vorbereitung eines Präventivschlages gegen Nordkorea zurückgewiesen. Der Bericht des TV-Senders NBC sei schlicht falsch, hieß es am Donnerstag. Ein anderer Regierungsvertreter sagte, der Beitrag sei "bestenfalls spekulativ". Das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Man diskutiere mögliche Szenarien grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit.

Unter Berufung auf mehrere Mitarbeiter von US-Geheimdiensten hatte der US-Fernsehsender NBC am Freitag berichtet, dass die USA darauf vorbereitet seien, einen Präventivschlag gegen Nordkorea auszuführen, sollten sie davon überzeugt sein, dass Pjöngjang einen weiteren Atomtest vornehmen wolle.

Für den Fall einer Militäraktion der USA hat Nordkorea allerdings mit Vergeltung gedroht. "Militärische Optionen" würden bereits geprüft, sagte ein außenpolitischer Berater des Weißen Hauses am Freitag. Am Sonntag wird US-Vizepräsident Mike Pence in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erwartet.

Hinweise auf eventuell bevorstehenden Atomwaffentest

Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass Nordkorea nach mehreren Raketentests einen neuen Atomwaffentest unternehmen könnte – möglicherweise sogar anlässlich des 105. Geburtstags des Staatsgründers Kim Il-sung an diesem Samstag. Das US-Korea-Institut der Johns-Hopkins-Universität berichtete, Satellitenbilder des Testgeländes im Nordosten zeigten anhaltende sowie neue Aktivitäten.

China hatte US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einem Militärschlag gegen das abgeschottete kommunistische Land gewarnt. In einer Twitter-Kurznachricht schrieb der US-Präsident am Donnerstag: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein."

Im Rahmen der UNO-Sanktionen nach dem letzten Atomtest Nordkoreas hat China seit 19. Februar keine Kohlelieferungen mehr aus dem Nachbarland angenommen, wie der Zoll in Peking berichtete. Damit unterbindet China eine wichtige Einnahmequelle des abgeschotteten kommunistischen Staates. Durch den Stopp hätten sich die Kohleimporte aus Nordkorea im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum halbiert. Vorher seien noch 2,7 Millionen Tonnen eingeführt worden. (APA, 14.4.2017)

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