Seeigel setzt semiautonome Waffen ein

14. April 2017, 05:30
4 Postings

Lismore – Einen fantastischen Verteidigungsmechanismus haben australische Forscher beim Seeigel Tripneustes gratilla festgestellt: Wird er attackiert, setzt er eine Wolke aus hunderten kieferähnlichen Strukturen frei. Diese "Mini-Gebisse" können laut der Studie in "The American Naturalist" alle selbstständig zubeißen und dabei ein Gift injizieren.

Bekannt sind diese Pedicellarien genannten dreistrahligen Strukturen schon lange. Sie sitzen zwischen den Stacheln und dienen möglicherweise als Greiforgane, um Parasiten zu entfernen. Auch dass manche von ihnen Gift enthalten, wusste man bereits – Fische verschmähen Nahrung, die Pedicellarien enthält.

Allerdings kannte man sie nur als festsitzende Strukturen, die allenfalls von einem Angreifer abgebrochen werden können und sich dann an ihm festbeißen. Dass sie auch gezielt freigesetzt werden können und dann einen schwebenden Verteidigungsgürtel um den Seeigel bilden, ist laut Hannah Sheppard-Brennand von der Southern Cross University vollkommen neu. (jdo, 14. 4. 2017)

Share if you care.