Tamikrest: Wüstenstaub im Osternest

14. April 2017, 10:06
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Die Band aus Mali gastiert am Ostersonntag im Alten Schlachthof in Wels

Zu einer jüngeren Generation des Tuareg-Rock gehört die 2006 gegründete Band Tamikrest. Der Name bedeutet "Knotenpunkt" oder "Bündnis" und bezieht sich auf die Heimatstadt der neunköpfigen Gruppe. Kidal, 6000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt im Nordosten Malis. Ein Schmugglerparadies, das im Zentrum des Bürgerkriegs und der Autonomieaufstände in den 1990ern stand.

Als Mitte der Nullerjahre erneut Kämpfe in dieser Region ausbrachen, griffen die Tamikrest-Gründer Ousmane Ag Moussa (Gesang, Leadgitarre) und Cheikh Ag Tigly (Bass, Slidegitarre) aber zu den Instrumenten statt zur Kalaschnikow. Seitdem hat das Kollektiv fünf Studioalben veröffentlicht – alle auf dem Label Glitterbeat.

Frontmann Ag Moussa verehrt Mark Knopfler von den Dire Straits sowie Bob Marley. Dementsprechend werden die Melodien und Lagerfeuergesänge mit psychedelischen P-Funk-Gitarren, Bluesrockriffs, Reggae-Vibes und westafrikanischen Urbluesformen zu einem Soundhybrid mit hypnotischer Wirkung verschmolzen.

Auf dem heuer erschienenen Album Kidal hört man die ganze Bandbreite: Aufgenommen wurde die Platte in dem von Ali Farka Touré gegründeten Studio Bogolan. Am Ostersonntag gastiert die Band im Welser Schlachthof. (dog, 14.4.2017)

16.4. Wels, Alter Schlachthof, 20.00

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