Forscher warnen: Krokodile gefährden Sägerochen

16. April 2017, 18:00
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Die ohnehin bedrohten Sägerochenpopulation dürften häufiger von Krokodilen und Haien angegriffen werden, als gedacht

Sydney – Biologen schlagen Alarm: Der vom Aussterben bedrohte Süßwassersägerochen (Pristis microdon) dürfte in australischen Flüssen einer größeren Bedrohung ausgesetzt sein, als bislang angenommen: Trotz seiner mit scharfen Zähnen bestückten Säge wird er häufig von Krokodilen und Haien attackiert.

Wissenschafter um David Morgan von der Murdoch University in Perth untersuchten 39 junge Sägefische aus dem Fitzroy-River in der Region Kimberley. 23 Tiere wiesen typische Verletzungen von Krokodil- oder Haiangriffen auf. Die Wissenschafter forderten die Behörden zu einem besseren Schutz der Tiere auf.

foto: murdoch university

Gefährliche Reise

Wie die Forscher im Fachblatt "The Scientific Naturalist" schreiben, seien junge Sägerochen, die in ihren ersten Lebensjahren Flüsse stromaufwärts durchschwimmen, großen Gefahren ausgesetzt. Auch Bullenhaie, die sowohl im Süß- wie auch im Salzwasser vorkommen, zählen demnach zu ihren Feinden.

foto: murdoch university

Zahlreiche Bissspuren

"Bei einem Fisch, der sich mit so beeindruckenden Waffen umgibt, sollte man denken, dass er nur wenige natürliche Feinde besitzt", so Forscher David Morgan. Die Verletzungen der untersuchten Tiere stammten hauptsächlich von Krokodilen, seltener auch von Bullenhaien. Einer der untersuchten Sägerochen wies sogar Bissspuren von beiden Arten auf. Bei nahezu allen ausgewachsenen Rochen waren die Verletzungen aber bereits verheilt.

"Die Narben deuten darauf hin, dass Süßwasserkrokodile häufig versuchen, Sägerochen zu erlegen, aber bei älteren Exemplaren selten erfolgreich sind", sagte Morgan. Angriffe auf junge Tiere dürften hingegen oft tödlich enden. "Wir befürchten, dass Haie und Krokodile die australischen Populationen ernsthaft gefährden könnten." Es sei daher dringend nötig, die Lebensräume dieser Tiere besser zu schützen. (red, APA, 16.4.2017)

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