Airbus hofft weiterhin auf Einigung mit A400M-Abnehmerstaaten

12. April 2017, 21:26
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Enders hofft auf finanzielle Linderung – Manager: Verbleib im Chefposten über 2019 hinaus noch kein Thema

Amsterdam/München – Der Flugzeugbauer Airbus setzt weiter auf eine Einigung mit den Abnehmerländern seines Pannentransporters A400M. "Ich bin dankbar, dass die Staaten auf unsere Bitte um Verhandlungen geantwortet haben", erklärte Vorstandschef Tom Enders auf der Hauptversammlung am Mittwoch. "Hoffentlich werden diese Verhandlungen zu einer signifikanten finanziellen Linderung führen." Der Bau des Militärtransporters sei nach wie vor problematisch. "Der A400M bleibt weiter ein Grund zur Sorge."

Offen ließ Enders, ob er über sein Vertragsende 2019 hinaus den Chefposten behalten will. Er langweile sich nicht und sei mit 58 Jahren noch "relativ jung", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. "Es gibt keinen Grund, jetzt eine Entscheidung zu treffen." Erwartet wird, dass Enders im März 2018 seine Pläne bekanntgibt, damit sich der Konzern auf eine etwaige Übergabe vorbereiten kann.

Hohe Vertragsstrafen

Nach einem Gewinnknick hatte Airbus im vergangenen Jahr beim A400M Nachverhandlungen angekündigt und für die europäischen Abnehmerstaaten ein Ministertreffen verlangt. Es geht Enders vor allem darum, hohe Vertragsstrafen und Zahlungseinbehalte abzuwenden. Während Enders bei den Vertretern der Steuerzahler um Milde bittet, können sich die Aktionäre über eine besondere Dividende freuen: Airbus will für das abgelaufene Jahr eine höhere Summe ausschütten, als der Konzern überhaupt Gewinn erwirtschaftete.

Die Pannenserie beim A400M kostete Airbus allein im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro an Sonderbelastungen. Seit dem Programmstart vor 13 Jahren waren es mehr als sechs Milliarden. Airbus will die Zahl der ausgelieferten Modelle 2017 zwar auf mehr als 20 steigern, kämpft aber immer noch mit technischen Problemen, insbesondere bei den Triebwerken und der militärischen Ausstattung. Viele der bereits ausgelieferten Maschinen sind nicht oder nur eingeschränkt einsatzfähig. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen musste bei ihrem ersten Auslandsflug mit der Maschine wegen einer technischen Panne in Litauen warten und auf eine alte Transall umsteigen. Dieses Modell soll eigentlich vom A400M abgelöst werden. (Reuters, 12.4.2017)

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