Wolford braucht nach höheren Verlusten Geldspritze

12. April 2017, 17:09
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Zusätzlich zu Verlust fallen Wertberichtigungen von bis zu neun Millionen Euro an

Wien/Bregenz – Der Vorarlberger Wäsche- und Strumpfhersteller Wolford braucht nach höheren Verlusten eine Geldspritze. Zu den bisher für 2016/17 schon absehbaren Betriebsverlusten von acht bis zehn Millionen Euro kommen nun noch Wertberichtigungen und Sanierungsaufwendungen von sieben bis neun Millionen Euro, gab der Konzern Mittwochnachmittag bekannt. Damit knabbern die Verluste das Grundkapital wieder massiv an.

Der Vorstand strebe eine Eigenkapitalerhöhung an, sagte Finanzvorstand Axel Dreher zur APA. "Wir sind in Gesprächen mit Aktionärsgruppen und haben da wesentliche Fortschritte gemacht." Der genaue Wertberichtigungsbedarf sei noch nicht ermittelt. "Wir schätzen das sehr vorsichtig ein, am oberen Ende der Bandbreite", so Dreher. Die Zeit drängt aber, das Geschäftsjahr endet per 30. April.

Prognose revidiert

Die neue schlechte Nachricht von Wolford wurde heute in einer kurzen Mitteilung übermittelt. Nicht nur die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, sondern auch für die Folgejahre wurde revidiert. Zur Art und Höhe der Kapitalzufuhr wurden keine Angaben gemacht. Nur so viel: "Zur Erreichung einer nachhaltigen Finanzierungsstruktur prüft der Vorstand der Wolford AG unter Einbindung der Kernaktionäre derzeit verschiedene Alternativen für angemessene, auch die Liquidität nachhaltig stärkende Eigenkapitalmaßnahmen."

Ein positives operatives Ergebnis erwartet das Management für das Geschäftsjahr 2018/19. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres (Mai 2016 – Jänner 2017) lag das Ergebnis nach Steuern bei minus 5,7 Mio. Euro nach 0,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um 7,5 Prozent auf 119 Mio. Euro. Warenmanagement-Fehler und verzögerte Lieferungen belasteten das Geschäft.

Die Nettoverschuldung stieg zum 31. Jänner 2017 kräftig von 17,4 Mio. Euro auf 32,5 Mio. Euro. Damit hat sich der Verschuldungsgrad innerhalb eines Jahres auf 53 Prozent mehr als verdoppelt. (APA, 12.4.2017)

  • Wolford erwartet einen operativen Verlust von acht bis zehn Millionen Euro.
    foto: reuters

    Wolford erwartet einen operativen Verlust von acht bis zehn Millionen Euro.

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