Krages-Entlassungen: SPÖ verteidigt Einschreiten des Landes

12. April 2017, 15:59
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Abberufener Krankenanstalten-Chef soll "hinter Rücken der Politik" Strukturplan vorbereitet haben

Eisenstadt – Mehrere Bezirksvertreter der SPÖ haben sich am Mittwoch in der Causa Krages-Entlassungen zu Wort gemeldet. Das Land habe einschreiten müssen, um eine nachhaltige Schwächung des Eisenstädter Krankenhauses zu verhindern, hieß es in einer Aussendung. Der abberufene Krankenanstalten-Geschäftsführer habe "hinter dem Rücken der Politik" einen neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) vorbereitet

Dieser hätte "tiefe Einschnitte" im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt mit sich gebracht, teilten Klubobmann Robert Hergovich, Landtagspräsident Christian Illedits und Landtagsabgeordnete Edith Sack mit.

"Falsche Grundsatzentscheidung"

Schnedl habe im Zuge der Erstellung des Erstentwurfs eines neuen RSG sowohl die Schließung der HNO-Abteilung als auch des Herzkatheter-Platzes in Eisenstadt betrieben. Land und Spital hätten "alles getan, damit diese falsche Grundsatzentscheidung korrigiert wird".

Der Gesamtleiter des Eisenstädter Krankenhauses, Robert Maurer, bestätigte dies gegenüber der APA. Im ersten RSG-Entwurf seien etwa weniger Intensivbetten als bisher genehmigt vorgesehen gewesen. Dabei führe bereits jetzt die Bettensituation dazu, dass in den ersten drei Monaten des Jahres über 70 Patienten abgewiesen werden mussten. Diese seien von Wien oder Niederösterreich übernommen worden.

Niessl wehrt sich

Aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hieß es in Richtung der ÖVP Burgenland, diese schieße mit ihren Vorwürfen ins Leere. Es gehe der Volkspartei anscheinend um die Konstruktion eines Skandals und darum die gute Arbeit Niessls für das Land schlecht zu reden. Die ÖVP hatte in einer Pressekonferenz am Montag unter anderem behauptet, der Landeshauptmann habe Schnedl "abmontieren" wollen.

Im Büro von Soziallandesrat Norbert Darabos (SPÖ) wurde am Mittwoch bestätigt, dass man ein Schreiben der Anwälte der beiden entlassenen Krages-Mitarbeiter erhalten habe. Ein Sprecher teilte jedoch mit, dass dies "kein Vergleichsangebot darstellt". Die Frist laufe bis 25. April. Wie berichtet verlangen die beiden Ex-Mitarbeiter eine Ehrenerklärung, dass die Entlassung zu Unrecht erfolgte, ansonsten wollen sie klagen. (APA, 12.4.2017)

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