Papst wäscht Exmafiosi die Füße

12. April 2017, 15:55
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Heiliger Vater Papst Franziskus besucht außerdem Gefängnis

Vatikanstadt – Zu Beginn der Osterfeierlichkeiten am Gründonnerstag wäscht Papst Franziskus Exmafiosi im Gefängnis die Füße. Für den Ritus fährt das Katholiken-Oberhaupt am Nachmittag in das Gefängnis Paliano südöstlich von Rom und feiert mit den Häftlingen eine Messe zur Erinnerung an das Letzte Abendmahl Jesu.

In Paliano sitzen vor allem geständige Kriminelle ein, die mit der Justiz zusammenarbeiten, darunter sind frühere Mitglieder der Mafia und Terroristen. Die Messe findet laut Vatikan in streng privatem Kreis statt. Im vergangenen Jahr hatte Franziskus Flüchtlingen verschiedener Religionen die Füße gewaschen, was als Zeichen der Nächstenliebe und der Versöhnung der Religionen gewertet wurde.

Eindrucksvolle Zeremonie

Vor der Fußwaschung am Donnerstagvormittag (9.30 Uhr) feiert Franziskus im Petersdom die traditionelle Chrisam-Messe zur Weihe der Salbungsöle. Am Freitag werden die Osterfeierlichkeiten mit der Karfreitagsliturgie (17.00 Uhr) im Vatikan und dem Kreuzweg (21.15 Uhr) am Kolosseum fortgesetzt. Der Kreuzweg erinnert in 14 Stationen an den Leidensweg Jesu. Es ist eine der eindrucksvollsten Zeremonien im römischen Kirchenjahr.

Tausende Gläubige begehen am Samstag (20.30 Uhr) im und um den Petersdom die Osternacht. In der mehrere Stunden dauernden Liturgie wird der Auferstehung von Jesus Christus gedacht, traditionell werden während der Feier mehrere Erwachsene getauft.

Die Osterfeierlichkeiten enden am Sonntag mit der Osterbotschaft des Papstes und dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis). Papst Franziskus dürfte sich an diesem Tag auch ins Kloster Mater Ecclesiae begeben, um dem emeritierten Papst Benedikt XVI. zu gratulieren – der gebürtige Bayer wird 90 Jahre alt. Sein Geburtstag soll im Vatikan im kleineren Kreis gefeiert werden, da der ehemalige Pontifex körperlich schwach ist und längere öffentliche Auftritte beschwerlich wären.

Höchste Wachsamkeit gegen Terror

An Ostern feiern Christen die Auferstehung Christi von den Toten. Der biblischen Überlieferung nach wurde Gottes Sohn Jesus von Nazareth am Karfreitag in Jerusalem verurteilt und gekreuzigt. Nach christlichem Glauben überwand der gekreuzigte Jesus am Ostersonntag den Tod und erfüllte damit seinen göttlichen Erlösungsauftrag auf Erden.

Angesichts der Terrorbedrohung gilt in Rom ohnehin höchste Wachsamkeit. Die Sicherheitsvorkehrungen bei den Osterfeierlichkeiten sind deshalb maximal: Die Altstadt werde genau überwacht, insbesondere solle die Zufahrt von Autos und Lastwagen stärker kontrolliert werden, berichteten italienische Medien. Anlässlich des Kreuzweges werden das Kolosseum streng bewacht, die Metrostation in unmittelbarer Nähe nicht bedient und die Straße entlang der Kaiserforen für den Verkehr komplett gesperrt. (APA, 12.4.2017)

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