Gesunder Lebensstil wichtiger als gute Gene

12. April 2017, 14:31
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Ernährungswissenschafter der Universität Wien sehen zwei Säulen für einen gesunden Lebensstil – Essen und Bewegung sind entscheidend bei Krankheitsprävention

Maximal zwei- bis dreimal pro Woche Wurst und Fleisch, einmal pro Woche Fisch, Getreide und Hülsenfrüchte mehrmals täglich, fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag – bestenfalls in den Farben des Regenbogens, um alle nötigen Nährstoffe abzudecken: So lautet die Empfehlung der Ernährungswissenschafter Annemarie Grindel und Karl-Heinz Wagner von der Universität Wien auf die Frage, was unter gesundem Lebensstil zu verstehen sei.

In ihrer aktuellen Forschung beschäftigen sich die beiden Wissenschafter unter anderem mit dem Präventionspotenzial von Ernährung, im Speziellen für Typ-2-Diabetes, unter dem aktuell rund acht Prozent der österreichischen Bevölkerung leiden. "Diabetes entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich über Jahre. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich viele Menschen in der Vorstufe zur Diabetes befinden. Da kann über Ernährungsumstellung und Sport noch das Ruder herumgerissen werden", erklärt Grindel.

Ernährung als Intervention

Durch eine solche Umstellung lassen sich aber auch andere potenzielle Krankheiten abwenden. So konnten die Forscher etwa auch die Risikoscores für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beziehungsweise die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt durch eine gezielte Ernährungsintervention senken.

Der Schlüssel zu einem gesunden Leben liegt also auch an einer gesunden Lebensweise: "Menschen können genetisch sehr gut ausgestattet sein, aber wenn sie ihr Leben lang Kette geraucht haben, wird das auch nicht helfen. Der Phänotyp, also wie wir leben, uns ernähren und bewegen, ist wichtiger als der Genotyp, also die genetische Prädisposition", so Wagner. (red, 10.4.2017)

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    foto: istockphoto

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