Frauenberger führt Rufbereitschaft an Wiener Spitälern ein

12. April 2017, 11:15
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Gesundheitsstadträtin legt Gesetzesentwurf vor: 15 bis 25 Prozent der klinischen Abteilungen kämen infrage

Wien – An den Wiener Spitälern wird es künftig für die Ärzte das Modell der Rufbereitschaft geben. Ein entsprechender Gesetzesentwurf sei am Mittwoch in Begutachtung geschickt worden, teilte Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) mit.

Man passe das Wiener Krankenanstaltengesetz an die bundesgesetzlichen Möglichkeiten an, so Frauenberger. Sie geht davon aus, dass die Rufbereitschaft "in 15 bis 25 Prozent der klinischen Abteilungen" sinnvoll sein werde.

Vorhalteleistung

Die Ärzteschaft versucht Frauenberger zu beruhigen: Rufbereitschaft heiße nicht, dass auf den klinischen Abteilungen nachts keine Ärzte mehr verfügbar sein würden. "Im Großteil der Fälle geht es hier um Dienste, die derzeit als Vorhalteleistung benötigt werden und deshalb vor Ort im Krankenhaus sind", erklärte die Stadträtin.

Laut ihr werde mit der Rufbereitschaft auch ein "häufig geäußerter Wunsch" vieler Ärzte erfüllt. Verzögerungen für die Patienten werde es nicht geben, versichert Frauenberger, da bei notwendigen Operationen die Vorbereitungszeit genau jenen Zeitraum einnehme, den die Ärzte benötigen, um in den Dienst zu fahren.

In der Vergangenheit hatten die Arbeitszeiten der Spitalsärzte immer wieder für Streit zwischen der Standesvertretung und der Landespolitik gesorgt. Bisher gab es die Rufbereitschaft in Wien nicht. Schon Frauenbergers Vorgängerin Sonja Wehsely hatte im Vorjahr aber angekündigt, ein solches Modell einführen zu wollen. (red, 12.4.2017)

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