"Karriere mit BH": Heer zerknirscht über sexistisches Inserat

12. April 2017, 11:32
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"Letztklassige" Ausdrucksweise – Kontrollmechanismen werden nachgeschärft

Wien – Ein Inserat des Bundesheeres im Magazin "Weekend" sorgt für Aufregung – nicht nur auf den sozialen Plattformen, sondern auch im Verteidigungsministerium. Ausgerechnet das Bewerben des Girls' Day am 27. April, im Zuge dessen sich interessierte Mädchen ein Bild vom Militär machen können, um eine entsprechende Laufbahn einzuschlagen, führte zu einem Fauxpas. Denn der schlüpfrige Titel über dem "Weekend"-Inserat lautet: "Karriere mit BH".

Für die "Wienerin", die das Inserat mit "NZZ.at" aufgestöbert hat, werden damit Frauen "auf ihre Unterwäsche" reduziert. Im Verteidigungsministerium bedauert man "zutiefst" die zweideutige Eindeutigkeit der Wortwahl. Oberst Michael Bauer zum STANDARD: "Keine Frage, das ist sexistisch, absolut letztklassig" und sei "ein großer Schaden" für die Kommunikationsstrategie der vergangenen Wochen und Monate, mehr Frauen für das Bundesheer anzuwerben. Hintergrund der Panne: Im Zuge der raschen Schaltung des Bundesheer-Inserats hätten die Kontrollmechanismen versagt – angesichts des Vorfalls wurden diese nun nachgeschärft.

Denn bis zum Jahr 2020 will Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) 9.800 Posten beim Bundesheer besetzen – und zwar dezidiert nicht nur mit Männern, sondern auch mit Frauen. Seit Jahren dümpelt der Anteil der Soldatinnen bei 2,5 Prozent dahin, doch angesichts Doskozils Rekrutierungsoffensive kletterte zuletzt die Zahl der Bewerberinnen endlich nach oben – allein bis November verzeichnete das Personalamt im Vorjahr 390 weibliche Freiwillige. (Nina Weißensteiner, 12.4.2017)

  • Das Inserat im Magazin "Weekend" im Wortlaut.
    foto: screenshot / weekend

    Das Inserat im Magazin "Weekend" im Wortlaut.

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