Juncker: "Italien verdient Friedensnobelpreis" für Flüchtlingsrettung

    12. April 2017, 09:39
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    Der Einsatz für Migranten im Mittelmeer sei enorm

    Rom – Nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verdient Italien den Friedensnobelpreis wegen seines Einsatzes zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Die Leistungen der Italiener für die Migranten seien "enorm", sagte Juncker im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" vom Mittwoch.

    "Von Anfang an waren wir der Ansicht, dass die Flüchtlingstragödie nicht nur ein Problem Griechenlands oder Italiens sein darf, sondern als europäisches Problem betrachtet werden muss. Daher haben wir das Umverteilungsprogramm entworfen. Wir haben außerdem das Aufnahme- und Registrierungssystem der Flüchtlinge zur Unterstützung des italienischen Einsatzes gestärkt, der enorm ist. Italien würde angesichts seiner Leistungen zur Rettung von Menschenleben im Mittelmeer den Friedensnobelpreis verdienen", meinte Juncker.

    Würde er nach seinem Instinkt handeln, so hätte er bereits Maßnahmen gegen jene Länder ergriffen, die sich im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik nicht solidarisch zeigten. "Doch das würde zu nichts führen. Daher bemühe ich mich um Lösungen, die die Situation verbessern können. Heute helfen wir Italien. Morgen könnte ein anderes Land mit einer Flüchtlingswelle konfrontiert sein, vielleicht aus der Ukraine", so Juncker.

    "Europa stärker als extreme Rechte"

    Der EU-Kommissionspräsident äußerte die Hoffnung, dass bei den Wahlen in Frankreich europaorientierte Kräfte gewinnen werden. "Ich habe mich voll für sie eingesetzt. Ich will nicht die Gefahr herunterspielen, die (die französischen Rechtspopulistin und Präsidentschaftskandidatin, Anm.) Marine Le Pen darstellt. Doch ich glaube, dass Europa stärker als die extreme Rechte ist. Europas Identität ist tief verwurzelt. Ich glaube, dass Europa die Kraft haben wird, diese Schwierigkeit zu überwinden, die vielleicht lange dauern, allerdings jedoch vorübergehend ist", sagte Juncker. (APA, 12.4.2017)

    • "Morgen könnte ein anderes Land mit einer Flüchtlingswelle konfrontiert sein, vielleicht aus der Ukraine", sagte Jean-Claude Juncker.
      foto: olivier hoslet / ap

      "Morgen könnte ein anderes Land mit einer Flüchtlingswelle konfrontiert sein, vielleicht aus der Ukraine", sagte Jean-Claude Juncker.

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