Passagier brutal aus Flieger gezerrt: United Airlines erntet riesigen Shitstorm

    11. April 2017, 18:11
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    Nutzer in sozialen Medien reagieren empört bis sarkastisch auf Vorfall bei US-Flug

    Die Geschichte hat riesige Wellen geschlagen. Ein Flug der US-Linie United Airlines von Chicago nach Louisville startete am 9. April erst mit stundenlanger Verspätung. Der Grund: Das Unternehmen hatte den Flieger überbucht und musste zudem auch noch vier Crewmitglieder für einen Transfer an Bord unterbringen. Da jedoch niemand freiwillig aussteigen wollte, wurden per Computer vier Passagiere gelost.

    Drei davon nahmen die Entschädigung von 800 Dollar an und gingen von Bord. Ein Arzt jedoch weigerte sich und verwies auf seine beruflichen Verpflichtungen. Schließlich schaltete United die Flughafenpolizei ein, die den Mann gewaltsam entfernte. Andere Passagiere dokumentierten das Geschehen. Fotos und Videos, die zeigen, wie der Mann über den Gang geschleift wird und später mit blutigem Gesicht zurückkehrt, verbreiteten sich über soziale Netzwerke und landeten auch im Fernsehen.

    Auch eine eilige Entschuldigung von Firmenchef Oscar Munoz half nicht viel – seit dem Vorfall steht United Airlines im Auge eines riesigen Shitstorms, dokumentiert Meedia.

    flight

    Neben wüsten Schimpftiraden gegen die Fluglinie muss sich diese auch einige sarkastische Postings gefallen lassen. Der Handelsanalyst Neil Saunders kündigt etwa im Namen von United die Neubesetzung für den Chefposten des Kundenservice durch Bösewicht Negan aus "The Walking Dead" an. Der User Christopher John will wiederum ein Trainingsvideo für das Sicherheitspersonal entdeckt haben.

    Die Stellungnahme des United-Chefs wurde von vielen zudem als unzureichend empfunden. Der User @SpikeyOC nahm daher eine öffentliche Korrektur seiner Aussagen vor. New York Post-Redakteurin Claire Atkinson erinnerte daran, dass Munoz vom Branchenmedium PR Week als "Kommunikator des Jahres" ausgezeichnet worden war.

    Andere übten sich im Erfinden neuer Werbesprüche als Alternative zum aktuellen Slogan "Friendly skies". Unter dem Hashtag #boycottunited wird dazu aufgerufen, die Airline künftig zu meiden.

    Auch auf den Börsenkurs von United hatte der Vorfall bereits leichte Auswirkung. Von Montag auf Dienstag fiel die Aktie des Unternehmens an der Wallstreet um rund vier Prozent auf ihren tiefsten Wert seit zwei Wochen. (red, 11.04.2017)

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