Antarktis: Wale mit Mini-Kameras filmen das Leben ihrer Artgenossen

12. April 2017, 09:00
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Projekt erlaubt unter anderem Rückschlüsse auf Folgen des Klimawandels

Sydney – Mini-Kameras haben Wissenschaftern tiefere Einblicke in das Leben von Walen in der Antarktis vermittelt. Die kleinen Kameras waren mit Saugnäpfen an Buckelwalen befestigt worden, schilderte US-Walforscher Ari Friedlaender. Wenn die Mini-Kameras nach ein bis zwei Tagen von den Meeressäugern abfielen, wurden sie wieder eingesammelt und wiederverwendet. Zudem wurden Zwergwale mit Sendern versehen.

Tagsüber Sozialkontakte, Abends jagen

Auf diese Weise seien "wundervolle Daten" über das Nahrungs- und Sozialverhalten der Wale in der Antarktis gewonnen worden, sagte Friedlaender am Dienstag. So sei deutlich geworden, dass Wale einen Großteil ihrer Tage mit Sozialkontakten und Ausruhen verbringen, während sie den Abend und die Nacht hindurch nach Krill, winzigen Krebstieren, jagen.

"Wenn wir erst einmal eine Vorstellung davon haben, wo die Wale fressen und wie oft, wo sie hinschwimmen und pausieren, dann können wir das verwenden, um Politik und Wirtschaft zu informieren, damit sie diese Wale und ihr Ökosystem schützen", sagte Friedlaender. Die Umweltorganisation WWF Australia unterstützte das Forschungsprojekt finanziell.

Veränderungen in der Antarktis

Mit den Aufnahmen wollten Friedlaender und seine Kollegen auch erforschen, wie sich die Erderwärmung, die Versauerung der Meere und die Fischerei sich auf die Wale auswirken. Die Antarktis zählt zu den ursprünglichsten Meeres-Ökosystemen der Erde, sie verändert sich derzeit durch die Eisschmelze infolge des Klimawandels. (APA, red, 12.4.2017)

  • Tagsüber ruhen sie die Meeresriesen aus oder nutzen die Zeit für Sozialkontakte. Am Abend wird gefressen.
    foto: wwf

    Tagsüber ruhen sie die Meeresriesen aus oder nutzen die Zeit für Sozialkontakte. Am Abend wird gefressen.

  • Die Wissenschafter nutzten lange Stangen, um die Kameras auf den Rücken der Wale zu befestigen.
    foto: wwf

    Die Wissenschafter nutzten lange Stangen, um die Kameras auf den Rücken der Wale zu befestigen.

  • Nach ein bis zwei Tagen fielen die kleinen Geräte wieder ab.
    foto: wwf

    Nach ein bis zwei Tagen fielen die kleinen Geräte wieder ab.

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