Fall Amanda Knox: Sollecito fordert drei Millionen Euro von Italiens Justiz

11. April 2017, 16:52
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Nach Mordanklage freigesprochener Ex-Freund geht mit Entschädigungsforderung gegen Richter und Staatsanwälte vor

Rom – Der Italiener Raffaele Sollecito, der 2015 wie seine Ex-Freundin Amanda Knox endgültig vom Vorwurf des Mordes an der Studentin Meredith Kercher freigesprochen wurde, verklagt neun Staatsanwälte, Untersuchungsrichter und Richter. Er forderte von ihnen eine Entschädigung von drei Millionen Euro.

Der 32-jährige Sollecito erklärte, er habe wegen Fehlern der Justiz vier Jahre lang als Unschuldiger hinter Gittern verbracht. Eine Entschädigungsforderung Sollecitos in Höhe von 500.000 Euro war im Februar von einem Berufungsgericht in Florenz abgelehnt worden.

Knox und Sollecito war vorgeworfen worden, Kercher getötet zu haben. Die Leiche der Britin war Ende 2007 halb nackt in ihrem Schlafzimmer in Perugia entdeckt worden. Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt. Sollecito und Knox wurden 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt, dann aber 2011 freigesprochen. Knox kehrte in die USA zurück. Der Fall ging durch weitere Instanzen, beide wurden erneut verurteilt, das oberste Gericht Italiens sprach sie aber im März 2015 endgültig frei.

Als einziger Beschuldigter in der Causa ist ein Mann von der Elfenbeinküste in Haft, der in einem separaten Verfahren nach einem Teilgeständnis rechtskräftig verurteilt wurde. Der Drogendealer Rudy Guede, dessen DNA am Tatort gefunden wurde, muss 16 Jahre absitzen. Den Ermittlern zufolge wiesen die Stichverletzungen stark darauf hin, dass es mehr als einen Täter gab. (APA, 11.4.2017)

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