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Das krumme Geschäft mit der Kaffeebohne

12. April 2017, 13:46

Nirgends wird die Kaffeehauskultur so zelebriert wie in Österreich. Hinter diesem Lebensgefühl steckt eine Milliardenindustrie mit fragwürdigen Geschäftsmethoden. Direct Trade Kaffee bietet eine Alternative.

Mit 2,9 Tassen Kaffee täglich liegen Herr und Frau Österreicher laut Statistik Austria im europäischen Spitzenfeld. Das entspricht einem jährlichen Konsum von 7,8 Kilogramm pro Person. Als Macchiato, Cappuccino oder Café Latte ist das Heißgetränk längst zum Lifestyle Produkt lanciert – und hochpreisige Kaffeemaschinen zu Statussymbolen. Gespart wird dagegen oftmals bei den Rohwaren. Obwohl die Konsumenten bei Kapselsystemen gerne mal bis zu 40 Cent pro Tasse bezahlen, darf es bei den Bohnen gerne billigere Ware sein. Das bestätigt auch der schleppende Anstieg von fairem Kaffee. Dieser bewegt sich bei nur drei bis vier Prozent des Gesamtumsatzes. Ein Umstand, der aber nicht nur höheren Preisen geschuldet sein könnte. Die Berichte über fairen Kaffee haben in den letzten Jahren bei vielen Konsumenten einen faden Beigeschmack hinterlassen.

Eine schwierige Situation

Die Rechercheplattform Reporter Brasil untersuchte 2016 stichprobenartig die Arbeitsbedingungen von Erntehelfern in Brasilien und deckte zahlreiche Arbeitsrechtsverstöße auf. Von unzulässigen Lohn-Abzügen über nichtbezahlte Krankenstände bis hin zu Überschreitungen der Pestizidwerte. Wer denkt, dass nur billiger Kaffee betroffen ist, der irrt. Ein höherer Preis ist kein Garant für bessere Arbeitsbedingungen. Und wie schaut es mit der Kaffee-Qualität aus? Auch hier gilt der Preis nur bedingt als Indikator für hochwertige Ware. Der Grund: Gütesiegel zahlen ihren Bauern als Schutz vor schwankenden Börsenpreisen einen Mindestpreis. Ist der Weltmarktpreis jedoch höher, sind die Bauern verleitet, bessere Ware teuer am freien Markt zu handeln. So bleiben viele Farmer abhängig von Börsenspekulationen. Deshalb entscheiden sich immer mehr Produzenten bewusst, noch weiter zu gehen.

Direct Trade: Mehr als fair

Gerade in den letzten Jahren hat sich in der Kaffeebranche ein neues Bewusstsein für die Herkunft der Rohstoffe entwickelt. Der Geschmack der Bohnen bleibt weiterhin ein wichtiges Kriterium, jedoch fließen Faktoren wie Ursprung, Anbaubedingungen und Umweltschutz in die Entscheidung mit ein. Immer mehr Produzenten umgehen bewusst Zwischenhändler und Preisspekulationen und suchen direkte und langfristige Beziehungen mit Farmern und Kooperativen. Dieser direkte Handel mit regionalen Partnern wird als Direct Trade bezeichnet. Direkt gehandelter Kaffee bringt eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich – für die Farmer, die Produzenten und natürlich auch für die Konsumenten. Kaffeebauern verhandeln Preise direkt mit den Abnehmern, werden unabhängig von Weltmarktkonditionen und profitieren von Investitionen in die Infrastruktur. Die Hersteller können sich selbst ein Bild von den Produktionsbedingungen machen, tauschen sich mit den Farmern aus und können so maßgeblich die Qualität der Bohnen beeinflussen. Davon profitieren wiederum die Kaffeetrinker.

Bio-Kaffee als Vorreiter

Was im Kaffeebereich gerade im Trend liegt, ist beim Bio-Pionier Sonnentor gelebte Firmenphilosophie. Das österreichische Unternehmen setzt seit rund 30 Jahren auf direkten Handel. Was mit den Waldviertler Bauern begann, gilt genauso für das Kaffee-Anbauprojekt in der Region Jinotega in Nicaragua. Bei der Betreuung verlässt man sich auf das lokale Unternehmen Biosfair, das Gewinne in die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter und Bauern sowie in die Infrastruktur reinvestiert. Dank des Projekts erhalten die Kleinbauern ein Einkommen, das Lebensmittel, Bildung und medizinische Versorgung sichert und auch der jungen Generation eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat bietet. Für den Anbau werden keine zusätzlichen Wälder gerodet, die Kaffeepflanzen auf bereits bewirtschafteten Flächen und unter Schattenbäumen kultiviert. Von den Fortschritten konnte sich Sonnentor Prokurist Gerhard Leutgeb bei seinem letzten Besuch Anfang des Jahres überzeugen. "Seit wir das Projekt 2012 gestartet haben, hat sich viel getan. Inzwischen beziehen wir jährlich fast 90 Tonnen Kaffee direkt aus Jinotega – das entspricht etwa zwei Drittel unseres Kaffeebedarfs. So schaffen wir eine Existenzgrundlage für rund 80 Bauern."

Der Konsument hat die Zukunft in der Tasse

Ob sich Direct Trade vom Trend zum Industriestandard entwickeln kann, entscheidet letztendlich der Konsument. Faire Arbeitsbedingungen, Transparenz und Qualität sprechen eindeutig für direkt gehandelten Kaffee. Auf der anderen Seite haben fair produzierte und umweltschonend angebaute Bohnen natürlich ihren Preis. Einen Mehraufwand, den aber immer mehr Kaffeekenner bereit sind zu zahlen.

  • Kaffee ist einer der wichtigsten Rohstoffe vieler lateinamerikanischer Länder. Um das schwarze Gold zu gewinnen, müssen die Früchte geschält, getrocknet und geröstet werden.
    foto: sonnentor

    Kaffee ist einer der wichtigsten Rohstoffe vieler lateinamerikanischer Länder. Um das schwarze Gold zu gewinnen, müssen die Früchte geschält, getrocknet und geröstet werden.

  • Kaffeeanbau ist harte Arbeit. Dank Direct Trade erhalten Kaffeebauern dafür eine entsprechende Vergütung, die ihnen eine Zukunftsperspektive bietet.
    foto: sonnentor

    Kaffeeanbau ist harte Arbeit. Dank Direct Trade erhalten Kaffeebauern dafür eine entsprechende Vergütung, die ihnen eine Zukunftsperspektive bietet.

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