"Mein Logbuch" – Orientierungshilfe für krebskranke Kinder

12. April 2017, 11:35
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Ein Logbuch soll Kinder, die an Krebs erkrankt sind, mit Wissensvermittlung durch die Therapiezeit begleiten. Das Projekt wurde mit dem Occursus-Preis ausgezeichnet

Der "Occursus – Anerkennungs- und Förderpreis für Kommunikation in der Onkologie" hat das Ziel, die Kommunikation mit Krebspatientinnen und Krebspatienten sowie deren Angehörigen in den Mittelpunkt zu stellen. "Die Kommunikation mit Krebspatienten ist ein sensibles Thema – vom Überbringen der Diagnose bis hin zur Therapiebegleitung," weiß Walter Voitl-Bliem, Geschäftsführer der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO).

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Kommunikation Einfluss auf Compliance und Zufriedenheit der Patienten hat, aber auch den Gesundheitszustand verbessern kann. "Im medizinischen Alltag ist es aber oft so, dass dem Thema Kommunikation nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird wie nötig wäre – oft auch, weil Zeit und andere Ressourcen fehlen," so Voitl-Bliem.

Daher hat die OeGHO den Occursus ins Leben gerufen. In zwei Kategorien – Anerkennungs- und Förderpreis – werden jährlich im Frühjahr laufende oder abgeschlossene Projekte prämiert bzw. Projektideen gefördert.

Mit dem Logbuch durch die Therapie

In der Kategorie Förderpreis konnte das Projekt "Mein Logbuch – Ich kenne mich aus" der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, MedUniWien/AKH Wien überzeugen, das auf einem psychoedukativen Ansatz für Kinder und Jugendliche mit einer Krebserkrankung aufbaut.

Entwickelt werden Logbücher, die Kinder und Jugendliche durch die gesamte Therapiezeit begleiten, damit Orientierung geben und altersadäquate Wissensvermittlung sicherstellen. In der Pilotphase wird "Mein Logbuch" an der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde am AKH Wien eingesetzt.

Annerkennungspreis für Laienprojekt

Ausgezeichnet wurde unter anderem auch ein Projekt von Personen, die sich nicht beruflich mit dem Thema Onkologie befassen. Die Selbsthilfegruppe "Myelom- und Lymphomhilfe Österreich" bereitet in der "Online-Kursreihe für Myelom- und Lymphompatienten" medizinisches Basiswissen für Patienten einfach und verständlich auf.

"In der zweiten Ausschreibungsphase des Occursus hat sich wieder gezeigt, wie viele innovative und herausragende Projekte im Zusammenhang mit Kommunikation in der Onkologie in Österreich umgesetzt wurden bzw. geplant sind. Für uns als Fachgesellschaft zeigt das, dass wir mit dieser Initiative auf dem richtigen Weg sind – und diesen Weg gehen wir auch weiter," so Voitl-Bliem. Mit dem Start der nächsten Einreichfrist im Herbst geht der Occursus bereits in die dritte Runde. (red, 11.4.2017)

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