Online-Apotheke Zur Rose schrieb 2016 rote Zahlen

11. April 2017, 10:42
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12,8 Mio. Franken Verlust – Umsatz um 5,4 Prozent auf 880 Mio. Franken gesteigert

Marketingkampagnen und einmalige Aufwendungen haben der Online-Apotheke und Ärztegrossistin Zur Rose 2016 rote Zahlen beschert. Unter dem Strich schrieb das Schweizer Unternehmen einen Verlust von 12,8 Mio. Franken (12 Mio. Euro), nach einem Gewinn von 3,4 Mio. Franken im Vorjahr.

Für eine deutschlandweite TV-Kampagne der Tochter DocMorris sowie Werbung für die Lancierung ihrer ersten Flagship-Apotheke in Bern gab Zur Rose 9 Mio. Franken aus, für die Einführung neuer IT-Systeme am Hauptsitz in Frauenfeld 2 Mio. Franken. Im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung im Herbst fielen Kosten von 3 Mio. Franken an.

Marketinganstrengungen

Der Betriebsverlust (EBIT) belief sich auf 7,1 Mio. Franken, nach einem Gewinn von 8,4 Mio. Franken im Vorjahr. Ohne die oben genannten Aufwendungen liege das Ergebnis aber in der Vorjahresgrößenordnung, teilte Zur Rose am Dienstag mit. Die Marketinganstrengungen haben sich laut Aussendung beim Umsatz ausgezahlt: Dieser wuchs um 5,4 Prozent auf 880 Mio. Franken.

Die vor allem in Deutschland tätige niederländische Tochter DocMorris steuerte dazu 361 Mio. Franken bei – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 12 Prozent. Mit rezeptfreien Arzneimitteln wurde gar ein Zuwachs von über der Hälfte erreicht. Dank einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Oktober sollen künftig auch die Verkäufe von rezeptpflichtigen Medikamenten stärker wachsen. Das Gericht hob die Preisbindung für diese auf.

In der Schweiz hingegen hatte das Bundesgericht das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln eingeschränkt. Das Bundesgericht hatte 2015 entschieden, dass Zur Rose auch rezeptfreie Medikamente nicht ohne Rezept über ihren Onlineshop verkaufen darf. Die Umsätze im Versandhandel sackten in der Folge im vergangenen Jahr um 7 Prozent ab. Umgekehrt konnte Zur Rose in der Schweiz mit der Belieferung von Ärzten mit Medikamenten um 4 Prozent zulegen.

Flagship-Store

Im Endkundengeschäft setzt das Unternehmen nach dem Bundesgerichtsentscheid vermehrt auf Apotheken vor Ort. Im August 2016 eröffnete Zur Rose beim Hauptbahnhof Bern ihren ersten Flagship-Store, wo unter anderem online bestellte Medikamente abgeholt werden können. Zudem überlässt die Einzelhändlerin Migros der Zur Rose-Gruppe Ladenflächen. Im Sommer wird erstmals eine Apotheke in einen Migros-Laden integriert.

Ins Jahr 2017 ist Zur Rose bereits mit einem deutlichen Umsatzplus gestartet: Der Umsatz kletterte gemäß vorläufigen Zahlen von Jänner bis März um 7 Prozent auf 229 Mio. Franken. In der Schweiz betrug der Zuwachs 2 Prozent, in Deutschland 13 Prozent. (APA, 11.4. 2017)

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