Zwei von drei Deutschen misstrauen selbstfahrenden Autos

11. April 2017, 10:40
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Angst vor Unfällen und Hackerangriffen – Bei längeren Touren und Nachtfahrten Vorteile erwartet

Zwei von drei Deutschen misstrauen selbstfahrenden Autos. Nach einer am Dienstag von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten Emnid-Umfrage stehen 67 Prozent der Technik des autonomen Fahrens grundsätzlich skeptisch gegenüber. Als häufigste Gründe wurden die Angst vor Unfällen, die Sorge vor Verlust der eigenen Kontrolle über das Auto und vor Hackerangriffen genannt.

Begeisterung signalisiert hingegen nur etwa jeder Vierte. Der Befragung zufolge können sich 61 Prozent der Autofahrer nicht vorstellen, ein selbstfahrendes Auto zu nutzen. Dabei sehen die Befragten allerdings für viele Gruppen einen möglichen Gewinn an Mobilität. Am häufigsten genannt werden dabei Menschen mit Behinderung (88 Prozent), ältere Menschen (79 Prozent), Menschen ohne Führerschein (58 Prozent), Touristen (56 Prozent) und Stadtbewohner (55 Prozent).

Bei längeren Autobahnfahrten

Selbst ein Auto zu nutzen, das per Computer gesteuert wird, kann sich mehr als die Hälfte der Befragten am ehesten bei längeren Autobahnfahrten (59 Prozent) und Nachtfahrten in den Urlaub (51 Prozent) vorstellen. Bei der täglichen Fahrt zur Arbeit wäre das immerhin noch für 44 Prozent denkbar. "Je stressiger die Situation, um von A nach B zu kommen, desto offener sind die Menschen für digitalen Fortschritt im Straßenverkehr", erklärte Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung zu der Umfrage.

Experten der Fraunhofer-Gesellschaft haben für die Bertelsmann Stiftung Szenarien zum Thema Mobilität und Digitalisierung entwickelt. Sie halten es für wahrscheinlich, dass das automatisierte Fahren zwischen 2027 und 2037 zumindest auf vorgegebenen Routen funktioniert. Autonome Shuttles verkehren dann als Linienbus, Schulbus oder Zubringer zum nächstgelegenen Bahnhof.

Digitalisierung als Chance

Während die Mobilitätsforscher in der Digitalisierung eine Chance sehen, die Versorgung vor allem im ländlichen Raum zu verbessern, teilen diese Meinung aber nur 45 Prozent der Deutschen. Zudem sehen die Experten in ihren Zukunftsszenarien insbesondere für Kinder und Jugendliche Chancen, mit autonomen Shuttles unproblematisch zum Unterricht, zum Sport oder ins Kino zu kommen – dies unterstützen auch nur 34 Prozent der Befragten.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid befragte vom 24. bis 26. Jänner mehr als tausend Bürger in Deutschland. (APA, 11.4. 2017)

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    foto: apa
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